Manfred Niekisch im Zoo
Manfred Niekisch geht zum Jahresende in den Ruhestand. Bild © picture-alliance/dpa

Er war das Gesicht des Frankfurter Zoos. Manfred Niekisch hat sich zehn Jahre lang um das Wohlergehen der Tiere gekümmert. Nun geht er in den Ruhestand. Die Tiere werden ein wichtiger Teil seines Lebens bleiben.

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zum Artikel Manfred Niekisch - scheidender Frankfurter Zoodirektor

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Sein Lieblingstier wohnt nicht im Zoo: Manfred Niekisch, der nach 10 Jahren als Frankfurter Zoo-Direktor in den Ruhestand geht mag die Unke. Genauer gesagt: die Gelbbauch-Unke. Über sie hat der Biologe seine Doktorarbeit geschrieben und er hat sich immer um ihren Schutz und um den Erhalt ihrer Art gekümmert. Naturschutz ist für den gebürtigen Franken neben dem Zoo das zweite große Lebensthema. Ein Kapitel schließt Niekisch jetzt ab, als Zoodirektor geht er in den Ruhestand.

Wenn Niekisch gefragt wird, welches Tier er denn gerne mal wäre in seiner Rolle als Zoodirektor, dann sagt er:  "Ich bin einfach am liebsten Mensch", und schiebt schnell nach: "Obwohl man sagen muss: Die Durchsetzungskraft eines Nashorns, die hat schon was." Und dann lächelt dieser große Mann, der Durchsetzungskraft ganz sicher besitzt.

Wenn das Erdferkel mit dem Springhasen...

Er hat was bewegt im Zoo. In seiner Amtszeit entstand die neue Bärenanlage, das große, helle Haus für Gorillas, Bonobos und Orang-Utas -  und der neue, repräsentative Eingang. Derzeit wird noch eine neue Pinguin-Anlage gebaut – die alte ist deutlich in die Jahre gekommen und kein schöner Ort für die Tiere. Niekisch ging es immer auch darum, die Lebenssituation seiner Tiere zu verbessern. "Das heißt aber auch, dass wir Tiere vergesellschaftet haben. Zum Beispiel haben wir ja die Erdferkel, die so beliebt sind, die haben wir vergesellschaftet mit Springhasen und Buschbabies – da ist also immer irgendwas los in der Anlage, selbst wenn die Erdferkel tun, was sie meist tun, nämlich in einer Höhle schlafen."

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Fr, 22.12., 19.35 Uhr
Sa, 23.12., 10 & 18.30 Uhr
So, 24.12., 14 Uhr

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Die Auseinandersetzung mit dem begrenzten Platz mitten in der Stadt, der Kampf mit den alten wenig tierfreundlichen Anlagen hat Niekisch über seine 10 Jahre in Frankfurt begleitet. Nicht alle Probleme hat der studierte Biologe lösen können. "Das Flusspferdhaus ist ein Fall für die Abrissbirne", gesteht er etwa. Trotzdem muss Petra, die Flusspferd-Dame da noch leben. Zu alt, um noch einmal den Zoo zu wechseln, und alleine, seitdem ihr Partner Maikel gestorben ist. "Es ist völlig richtig: Flusspferde alleine zu halten, das taugt nicht viel, aber wir haben leider keine andere Wahl", so Niekisch. Die Räumlichkeiten lassen die Eingewöhnung eines neuen Mitbewohners nicht zu.

Maikels schmerzhafter Tod

Mit den Flusspferden musste Manfred Niekisch auch die dunkelste Stunde seiner Zeit als Direktor erleben. Maikel, der Bulle, verendete qualvoll, weil er einen Tennisball geschluckt hatte, den ihm ein Besucher ins Gehege oder direkt ins Maul geworfen hatte. "Dadurch ist der Magenausgang verstopft gewesen. Ein sehr schmerzhafter Tod.  Das geht einem sehr nahe und man schwankt zwischen Wut, Trauer und der rationalen Überlegung: 'Wie können wir so etwas verhindern?'"   

Wenn Niekisch von seinem Flusspferd-Bullen erzählt, ist viel zu spüren von Trauer und Anteilnahme. Aber da ist auch wieder der Wissenschaftler, der Dinge analysiert und Abstand nehmen kann. Mit ein wenig Abstand wird er Anfang des kommenden Jahres auf seinen Zoo gucken, dann, wenn ein neuer Direktor seine Arbeit fortsetzen wird. Im Unruhestand will sich Niekisch wieder mehr um Naturschutzprojekte kümmern. Wird er seinen alten Job vermissen?  "Wenn mich einer fragt, Was werden sie vermissen wenn sie nicht mehr Zoodirektor sind, dann sage ich ganz einfach: den Zoo!"

Sendung: hr-iNFO, Das Interview, 22.12.2017, 19.35 Uhr

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