Marc Weber

In Marc Webers Leben ist gerade alles dem einen Ziel untergeordnet: bei den Olympischen Spielen in Tokio dabei zu sein. Die Auswahlkriterien sind hart, das Training erst recht. Manchmal müsse man träumen, um dieses Pensum vor sich zu rechtfertigen, sagt der junge Gießener.

Lächelnd kommt Marc Weber ins Studio. Er ist groß und hat einen festen Händedruck. Seine Handinnenflächen sind rau, man spürt die Hornhaut. Das tägliche Rudertraining hinterlässt seine Spuren. So stellen wir uns einen Ruderer vor, wobei der 22-jährige seine Figur gar nicht so typisch findet. "Für einen Ruderer habe ich eine recht schmale Figur und mit 1,91 Meter gehöre ich noch zu der kleinen Fraktion."

Audiobeitrag

Podcast

Zum Artikel Marc Weber – Hessischer Ruderer – Träumt von Olympischen Spielen in Tokio

Marc Weber (Mitte) mit Martina Knief und Stefan Bücheler
Ende des Audiobeitrags

Dafür hat er aber schon große Erfolge gefeiert. Im vergangenen Jahr wurde der Gießener U-23 Weltmeister im Einer, der erste Deutsche nach Peter-Michael Kolbe. Der gewann später immerhin drei Silbermedaillen bei Olympischen Spielen.

Training bis zur Erschöpfung

Marc Weber lebt gerade seinen Traum von Tokio. In welchem Boot er dort rudern wird, ist noch nicht hundertprozentig klar. Vermutlich wird es der Zweier sein. Die Auswahlkriterien im Deutschen Ruderverband sind hart. Das Training ist es erst recht. Beinahe täglich wird bis zur Erschöpfung trainiert oder auch darüber hinaus. Im Wettkampf wird den Ruderern nicht selten schwarz vor Augen.

Völlig entspannt erzählt Marc Weber von seinen Erfahrungen nach den Wettkampftests auf dem Ergometer. "Ich war auch schon drei-, viermal nach einem Ergotest im Krankenhaus mit Verdacht auf Nierenversagen." Drei bis vier Tage sei er dann nicht mehr richtig auf die Beine gekommen und habe am Tropf gehangen. "Das ist nicht immer ganz angenehm, man lernt aber mit der Zeit damit umzugehen. Auch wenn es nicht das Gesündeste ist", sagt Weber.

Aber alles ist diesem einen Ziel untergeordnet, bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio dabei zu sein und sich damit einen Sportlertraum zu erfüllen. Kann man sich bei dem ganzen Pensum überhaupt Träumereien leisten? "Manchmal muss man träumen", sagt Marc Weber und lächelt wieder: "um dieses Trainingspensum vor sich selber zu rechtfertigen."

Sendung: hr-iNFO, Das Interview, 26.2.2020, 19.35 Uhr

Jetzt im Programm