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Filmemacher Marc Wiese Bild © picture-alliance/dpa

Heute leben auf der Erde geschätzt 45 Millionen Menschen in Sklaverei – so viele wie nie zuvor. Der Gießener Dokumentarfilmer verfolgt ihre Spuren in den Krisenregionen der Erde. Doch auch in Europa gebe es moderne Sklaverei, sagt er.

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Nein, eine Waffe nehme er grundsätzlich nicht in die Hand, sagt Marc Wiese. "Ich bin Pazifist". Der Gießener Dokumentarfilmer reist mit seinem Kamerateam regelmäßig in viele Krisenregionen. Sein jüngster Film über weltweite Sklaverei führte ihn in den Norden Ugandas zu Caesar Acellam. Der verurteilte Massenmörder gab Wiese ein sechsstündiges Interview. Darin erzählte er ihm über die grausamen Taten der Lord Resistance Armee (LRA), einer Guerillaarmee, die nach Schätzungen der UN seit ihren Anfängen vor rund 30 Jahren bis zu 100.000 Kinder entführt und zu Kindersoldaten versklavt hat.

Sklaverei in Europa

Kindersoldaten seien eine Form der modernen Sklaverei, sagt Marc Wiese. "Aber moderne Sklaverei gibt es auch in Europa". Das britische Parlament habe eine Untersuchung in Auftrag gegeben, derzufolge es mindestens 14.000 echte Sklaven allein in Großbritannien gibt. Und dies seien nur offizielle Zahlen, die Dunkelziffer ist um einiges höher.

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„Es ist ein brutaler Menschenhandel.“ Zitat von Marc Wiese
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Marc Wieses Dokumentation verfolgt die Spuren der Sklaverei in Indien, Uganda und Thailand. Dort stößt er auf die Täter: skrupellose Geschäftemacher, für die Menschen eine Ware sind. Aus Myanmar migrierte Männer müssen in Thailand bis zu 15 Jahre ohne Unterbrechung auf Fischerei-Trawlern arbeiten, sie werden unterdrückt, geschlagen und ermordet. Und nur wenigen gelingt die Flucht, denn die Boote kommen nicht an Land. Die Sklaven werden auf hoher See auf weitere Schiffe verkauft. "Es ist ein brutaler Menschenhandel", sagte Marc Wiese und kann auch ein klein wenig stolz sein, denn als Folge seiner Recherche wird der Haupttäter in Bangkok wegen Menschenhandels verurteilt.

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Sendung: hr-iNFO, Das Interview, 23.11.2018, 19.35 Uhr

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