Martina Voss-Tecklenburg wird auf einer PK des DFBs als neue Bundestrainerin vorgestellt.
Martina Voss-Tecklenburg ist seit November 2018 neue Bundestrainerin. Bild © Imago

Martina Voss-Tecklenburg soll die Frauenfußball-Nationalmannschaft zurück in die Erfolgsspur bringen. Ausgerechnet sie, die doch privat und sportlich immer wieder mit Rückschlägen zu kämpfen hatte. Diese haben die Bundestrainerin aber nur stärker gemacht.

Ortstermin beim Deutschen Fußball-Bund (DFB): Martina Voss-Tecklenburg hat erst ein paar Medientermine, danach folgt noch eine Sitzung. Wir bauen in einem Büro unser Radioequipment auf: drei Mikros, Kabel, Mischpult und einen Rekorder. Pünktlich kommt Voss-Tecklenburg durch die Tür, begleitet von der Pressesprecherin der Frauenfußball-Nationalmannschaft. Die 51-Jährige lacht, begrüßt alle und los geht es.

Freundlich, ehrlich und auskunftsfreudig. Martina Voss-Tecklenburg lässt sich auf unsere Fragen ein. Es passt, wie sie sich selber beschreibt: "Dass ich so bin, wie ich bin – sehr authentisch." Sie, die eine lange Karriere im Fußball hinter sich hat: 125 Länderspiele, dreimal Europameisterin, einmal WM-Zweite. Fast 20 Jahre Trainererfahrung, erst als Verbandssportlehrerin, dann in der Frauenfußball-Bundesliga, danach fast sieben Jahre als Nationaltrainerin in der Schweiz. Und jetzt das "i-Tüpfelchen", wie Martina Voss-Tecklenburg es nennt: der Vertrag als Bundestrainerin der DFB-Frauen.

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"Tiefs gehören zum Leben"

Stolz war dabei und auch ein bisschen Genugtuung. "Die Freude kam mit der Vertragsunterzeichnung auf, als es schwarz auf weiß feststand und ich den Vertrag in den Umschlag gesteckt habe und zurück nach Frankfurt geschickt habe." Ein Höhepunkt in ihrem sportlichen Leben, das wie auch das private Leben von Voss-Tecklenburg von Rückschlägen und von Niederlagen geprägt ist - aber auch davon, dass sie immer wieder aufgestanden ist. Schwere Verletzungen gehörten dazu, eine Trennung im Streit vom DFB als Nationalspielerin im Jahr 2000, die Liaison mit ihrer Teamkollegin Inka Grings und die Zeit, in der sie das Leben mit ihrer 1993 geborenen Tochter Dina mit ihrer Fußballerinnen-Karriere in Einklang bringen musste.  

"Tiefs gehören zum Leben und sie haben mich geprägt. Und dass sie mir heute die Möglichkeit geben, Dinge noch mehr Wert zu schätzen. Viele Sachen einfach nicht als selbstverständlich hinzunehmen." Stärke wachse ohnehin viel mehr aus Niederlagen als aus Siegen, meint sie. Und man könne "Siege und glückliche Momente im Leben einfach mehr schätzen, wenn man auch weniger gute Momente hatte."

Auftakt gegen Gastgeber Frankreich

Auf die guten Momente mit der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft arbeitet Martina Voss-Tecklenburg jetzt hin. Die Zeit bis zur Weltmeisterschaft ist kurz: Vom 7. Juni bis zum 7. Juli wird sie in Frankreich ausgetragen. Am 28. Februar findet in Frankreich ihr erstes Länderspiel als Bundestrainerin statt, gegen WM-Gastgeber Frankreich.

Die deutschen Fußballerinnen haben in den vergangenen beiden Jahren den Anschluss an die Weltspitze verloren. Wieder dorthin zurückzukommen, ist das Ziel für den Sommer. Und wie sagte die neue Bundestrainerin schon bei Ihrer Vorstellung im November so schön? "Ich war noch nie Weltmeisterin."

Sendung: hr-iNFO, 23.2.20.19, 14 Uhr

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