Michael Brand
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In wenigen Tagen wird sich Michael Brand entscheiden müssen, wen er zum neuen Parteivorsitzenden der CDU wählt. Wie blickt der Bundestagsabgeordnete aus Fulda auf den CDU-Parteitag? Und wieviel C steckt künftig noch in der CDU?

Michael Brand ist 45 Jahre alt und schon als Schüler in die CDU eingetreten. Heute ist der Bundestagsabgeordnete aus Fulda nicht nur CDU-Landesgruppenchef in Berlin, er ist auch menschenrechtspolitischer Sprecher seiner Partei. Brand hat sich zum Zeitpunkt des Interviews mit hr-iNFO im Hauptstadtstudio Berlin wenige Tage vor dem Parteitag noch nicht entschieden, wem er bei der Wahl zum Parteivorsitz seine Stimme geben wird. Für ihn sind noch zu viele Fragen offen. Deshalb will er seine Entscheidung erst auf dem Parteitag, der am 6. Dezember beginnt, fällen.

Michael Brand
Michael Brand mit Isabel Reifenrath, politische Korrespondentin im Hauptstadtstudio Berlin Bild © hr

Braucht die CDU mehr "C"?

Das C ist kein Folklore-Element, sagt Brand, es sei die Kernsubstanz der C-Partei. Und wenn das nicht mehr der Fall wäre, dann wäre das nicht seine Heimat. Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich Merz sind für ihn alle Kämpfer für das C. Obwohl ihm nicht gefällt, dass Merz das Grundrecht auf Asyl zur Debatte und Spahn den UN-Migrationspakt in Frage gestellt haben. Michael Brand gibt sich diplomatisch: "Friedrich Merz ist zurückgerudert, das war klug und richtig so". Jens Spahn habe "taktisch jetzt einen Schlenker gemacht", aber das C gehe bei beiden viel, viel weiter - wie auch in der ganzen Partei.

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„Seehofer ist schuld am schlechten CDU-Wahlergebnis in Hessen.“ Zitat von Michael Brand
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Michael Brand sagt es nicht zum ersten Mal, aber steht weiterhin dazu: Horst Seehofer ist schuld an den schlechten Ergebnissen bei der hessischen und bayerischen Landtagswahl. Es sei zu viel in Berlin gestritten worden. Noch immer ist Brand sauer auf Seehofer: "Wenn man das Ego über die Verantwortung stellt, dann darf man sich nicht wundern, wenn sich Leute wütend und entsetzt abwenden". Für Merkels Rücktritt als Parteivorsitzende hat er große Achtung. Jetzt sei die Zeit für neues Personal und eine neue Dynamik in der CDU.

Sendung: hr-iNFO, Das Interview, 01.12.2018, 10.00 Uhr

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