Moses Pelham

Moses Pelham gehört zu den bedeutendsten Produzenten des deutschen Hip-Hops. Seit mehr als 30 Jahren beeinflusst der Frankfurter die hiesige Musikszene, schon als Teenager landete er in den deutschen Charts. Im Interview spricht der Rapper über seine Musik, seine Liebe zu Frankfurt und seinen Glauben.

Dieses Jahr im Februar – mitten im Corona-Lockdown – ist Moses Pelham 50 Jahre alt geworden. Diese Zahl ist nicht ganz spurlos an ihm vorbeigegangen. Er habe das Gefühl, "tief in der zweiten Halbzeit zu sein" und habe "auch so einen gewissen Ehrgeiz, da noch rauszuholen, was noch rauszuholen ist“, so der Musiker.

Rausgeholt hat Moses Pelham nach seinem 50. Geburtstag unter anderem sein neues Album „Nostalgie Tape“, von dem er sagt, es sei "eine Corona-Platte, aber es hat sich ganz und gar richtig angefühlt im Rahmen der Möglichkeiten.“ Nach gerade mal zwei Konzerttagen musste er seine Live-Tour damals coronabedingt abbrechen. Die ruhige Zeit nutzte er dafür, sein neues Album zu schreiben.

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"Ich wollte immer eine Platte machen"

Neben seiner eigenen Musik arbeitet Pelham auch mit vielen anderen Künstlern zusammen. Er ist Produzent, Autor, Rapper und Betreiber des Frankfurter Musiklabels 3p, das unter anderem Künstlerinnen und Künstler wie Sabrina Setlur, Cassandra Steen und Glashaus hervorgebracht hat.

Dieser Erfolg durchkreuzte in den 90er Jahren auch seine damaligen Pläne. Mit der Band Rödelheim Hartreim Projekt gelang ihm damals der Durchbruch als Musiker und Produzent. „Ich wollte immer eine Platte machen, als Kind schon", sagt er, "aber das war kein Berufswunsch oder dergleichen, sondern das war halt eine Liebe. Als Berufswunsch hatte ich relativ früh Rechtsanwalt." Er sei auch eingeschrieben gewesen hier an der Uni, aber dann habe das Rödelheim Hartreim Projekt funktioniert. Moses Pelham nimmt seine Musik ernst. Er arbeitet akribisch an seinen Alben und den Vorbereitungen seiner Livetour, die für das kommende Jahr geplant ist.

"Man hat mir hier in Frankfurt Möglichkeiten geboten"

Die Musik des 50-Jährigen wird immer wieder durch den Glauben geprägt. Moses Pelham ist ein spiritueller Mensch – aber nicht im esoterischen Sinn, wie er betont. Für ihn ist Glaube etwas Kraftvolles: „Ich habe das Gefühl, dass in unserer Sprache Glaube etwas Schwaches ist wie in dem Sprichwort ‚Glauben ist nicht Wissen‘, aber Emuna (Kraft des Glaubens) ist etwas sehr Starkes, was Menschen eine Kraft verleiht, die sie aus sich heraus nicht haben.“

Mann mit roter Mütze sitzt links in einem Tonstudio, Frau mit Kopfhörer sitzt rechts - beide lächeln in die Kamera

Auch zu seiner Heimatstadt Frankfurt hat Pelham eine ganz besondere Beziehung. Er habe zwar noch nie in einer anderen Stadt gewohnt, „aber ich habe das Gefühl, dass ein Leben wie das meine nicht in einer anderen Stadt möglich gewesen wäre. Man hat mir hier in Frankfurt Möglichkeiten geboten, der zu werden, der ich heute bin“, sagt der Musiker. Dazu habe besonders sein Umfeld in der Jugend beigetragen: „Als Teenager habe ich schon multikulturell gelebt, bevor ich den Begriff überhaupt kannte.“ Die Verbundenheit zu seiner Heimat zeigt sich auch im Radiogeschmack, denn Pelham hört sehr gerne hr-iNFO: "Immer wenn ich Auto fahre."

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