Philipp Geist
Philipp Geist Bild © Philipp Geist / VG Bildkunst Bonn

Bis zum 23. März findet in Frankfurt und Offenbach die 9. Luminale statt. Mit dabei ist auch der weltweit aktive Lichtkünstler Philipp Geist – mit einer Installation auf dem Römerberg, die hessische Herzen erfreuen dürfte.

Philipp Geist muss jetzt Hessisch lernen. "Hibbdebach" und "Dribbdebach" kennt er schon, bei der Aussprache von "Grie Soß" hat er noch Schwierigkeiten. Denn Geist hat die Frankfurter aufgerufen, ihm per Mail (frankfurtfades@videogeist.de) Begriffe zu schicken, die ihnen zu Frankfurt und zum Römer einfallen. Diese  Begriffe will der Lichtkünstler in seine Installation mit dem Titel "Frankfurt Fades" auf dem Römerberg integrieren. Und da ist natürlich viel Hessisches dabei – für Geist, der in Oberbayern aufgewachsen ist und in Berlin lebt, eine Herausforderung.

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Mit Wörtern als Teil einer Lichtinstallation hat Philipp Geist schon öfter gearbeitet. Etwa im Auftrag der Stadt Köln, um ein Jahr nach der traumatischen Silvesternacht  die Domplatte wieder in ein positives Licht zu setzen und den öffentlichen Raum mit Begriffen wie "Respekt" oder "Würde" für die feiernden Kölner zurückzuerobern. Oder in Rio de Janeiro, wo Geist die Bewohner einer Favela nach ihrem Lebensgefühl befragte und Wörter wie "saudade" (Sehnsucht) auf die Hütten projizierte. Wenn Geist die Wörter auf den Boden projiziert, dann laufen die Besucher zwischen den Begriffen herum, werden selbst zur Projektionsfläche, zum Teil des Kunstwerks. Das ist der Effekt, den Philipp Geist erreichen will.

Luminale Rathaus
"Frankfurt Fades": Lichtinstallation von Philipp Geist am Frankfurter Römer Bild © picture-alliance/dpa

Der Geist, der das Licht bringt

Als Lichtkünstler ist er Autodidakt. Die Kunstform ist ohnehin so jung, dass man sie nicht studieren, sondern nur im Selbstversuch weiter entwickeln kann, meint Geist. Seit Jahren ist er weltweit gefragt, hat Projekte in Bangkok und Teheran realisiert, hat Monumente und Paläste illuminiert, aber auch Licht-Miniaturen geschaffen, in dem er etwa Magnolienblüten oder Pusteblumen angestrahlt hat.

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Das Flüchtige interessiert ihn, die Veränderung des Raums, die Möglichkeit Architektur zum Tanzen zu bringen. Dass er dabei selbst als Lichtkünstler im Dunkeln bleibt, stört ihn nicht. Das Schönste für ihn sei es, zwischen den Besuchern herumzuspazieren und in erstaunte Gesichter zu schauen. Vielleicht ist sein Name ja Programm? "Ich bin der Geist, der das Licht bringt", sagt Philipp Geist und lacht. "Ich will kein Popstar, sondern lieber unsichtbar an interessanten Orten unterwegs  sein."

Sendung, hr-iNFO, 16.3.2018, 19:35 Uhr

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