Ex-Eintrachtspieler Ronny Borchers

Am Donnerstagabend könnte die Frankfurter Eintracht die Sensation perfekt machen und nach 39 Jahren wieder ins Finale eines internationalen Wettbewerbs einziehen. Über die Träume des Vereins erzählt einer, der es wissen muss: Ronny Borchers war beim bisher größten Erfolg der Eintracht dabei.

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"Natürlich", antwortet Ronny Borchers auf die Frage, ob Eintracht Frankfurt in dieser Saison die Europa League gewinnen kann. Da er das mit einer totalen Überzeugung tut, müssen beim Interview alle im Studio schmunzeln. Der 61-Jährige weiß, wie man große Titel gewinnt. 1980 gewann der Mittelfeldspieler mit der Eintracht den UEFA-Cup, ein Jahr später den DFB-Pokal.

Heute spielt Ronny Borchers in der Traditionsmannschaft und ist einer der Markenbotschafter des Vereins. Die Europapokalreisen lässt er sich nicht entgehen. Auch am Donnerstagabend wird er an der Stamford Bridge, dem Stadion des FC Chelsea, beim Halbfinalrückspiel dabei sein. Daumen drücken heißt es da nach dem 1:1 im Hinspiel.

Erfolg auf dem Rasen auch durch gute Arbeit im Management

"Wir brauchen immer ein Quäntchen Glück, aber die Mannschaft hat es auch schon gegen andere Gegner gezeigt. Von daher ist alles möglich", sagt Borchers. "Unsere Jungs haben alle Möglichkeiten, ins Finale zu kommen". Ein Erfolg auf dem Rasen, der auch durch gute Arbeit im Management zu Stande kommt, erzählt Ronny Borchers. Er hofft auf eine Fortsetzung der Arbeit in den kommenden Jahren: "Sind der Vorstand und das Management wieder in der Lage, so genial Spieler zu transferieren? Wenn es in dieser Art und Weise weiter geht, werden wir auch stabil sein für die nächste Saison - und vielleicht auch darüber hinaus."

Aber Ronny Borchers hat auch viel zu erzählen aus seiner Zeit als Fußballprofi, Mitte der 70er bis in die 80er Jahre hinein. Sein damaliger Spitzname 'Disco-Ronny' lässt ihn heute leicht schmunzeln. Eine Anekdote erzählt er dazu gerne. Sein Sohn hat ihn mal darauf angesprochen. "Du warst Disco-Ronny? Du schläfst doch immer als Erster ein", hat er seinem Vater gesagt.

Borchers wäre einer der ersten Gratulanten

Schnelle und teure Autos haben das Image aber auch noch gefördert. Mit langen, wehenden Haaren hat Ronny Borchers einst als Mittelfeldspieler bei Eintracht Frankfurt geglänzt, hat mit Jürgen Grabowski, Bernd Hölzenbein und Bernd Nickel zusammengespielt, mit Bruno Pezzey und Fred Schaub, beide 1980 in der Erfolgsmannschaft dabei, und beide schon sehr früh verstorben.

Da wird Ronny Borchers auf einmal sehr nachdenklich. Es ist nicht der Pokal, nicht eine Medaille und auch nicht die Partynacht, an die er sofort denkt, wenn er an den UEFA-Cup-Sieg denkt. Es ist Fred Schaub - der Siegtorschütze im Rückspiel. Borchers stockt ein bisschen, bevor er weiterredet. Fred Schaub ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Sein kleiner Sohn saß damals mit im Wagen und blieb unversehrt. Louis Schaub ist heute Profi beim 1. FC Köln. "Jetzt kribbelt es bei mir ein bisschen", sagt Ronny Borchers, bevor er weitererzählt und lacht, als er den Fuldaer Dialekt von Fred Schaub nachmacht.

39 Jahre nach dem bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte könnte der nächste Europacup folgen. Ronny Borchers würde seinen Nachfolgern als einer der Ersten gratulieren.

Sendung: hr-iNFO Das Interview, 09.05.2019, 19:35 Uhr

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