Portrait Susanne Preußler-Bitsch
Bild © Susanne Preußler-Bitsch privat

Seit über 50 Jahren ist der "Räuber Hotzenplotz" ein gern gesehener Gast in vielen Kinderzimmern. Erfunden hat ihn Otfried Preußler, der vor fünf Jahren gestorben ist. Trotzdem erscheint an diesem Wochenende eine neue Hotzenplotz-Geschichte: "Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete".

Als das erste Hotzenplotz-Buch 1962 erschien, war sie vier. Susanne Preußler-Bitsch kann sich nicht erinnern, dass der Räuber sie damals schon besonders beeindruckt hätte. Viel gruseliger als den liebenswerten Räuber fand die kleine Susanne den "großen und bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann". Seit über fünfzig Jahren haben die Figuren aus den drei Hotzenplotz-Büchern von Otfried Preußler die Phantasie von Kindern weltweit beschäftigt. Jetzt kommt – fünf Jahre nach dem Tod des Autors – eine neue Hotzenplotz-Geschichte heraus.

Zeichnung aus Hotzenplotz
Zeichnung von Thorsten Saleina aus "Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete". Bild © Thorsten Saleina

Eine neue Hotzenplotz-Geschichte

Im Familien-Archiv sei sie auf ein "unscheinbares Schreibmaschinen-Manuskript" gestoßen, erzählt Susanne Preußler-Bitsch. "Erst auf den zweiten Blick habe ich entdeckt, was ich da aus dem Archiv gefischt habe – ein Kasperlspiel, in dem der Räuber Hotzenplotz eine zentrale Rolle spielt." Es war sogar schon mal in einem Sammelband erschienen, aber wieder in Vergessenheit geraten. Jetzt hat Susanne Preußler-Bitsch einen Prosa-Text und - zusammen mit dem Illustrator Thorsten Saleina - ein richtiges Bilderbuch daraus gemacht.

Cover Zeichnung Hotzenplotz
Cover-Illustration "Der Räuber Hotzenplotz und die Mondrakete" von Thorsten Saleina Bild © Thorsten Saleina

Wenn es um die Vermarktung von Hotzenplotz und anderen Figuren ihres Vaters Otfried Preußler geht, ist Susanne Preußler-Bitsch sehr streng: keine Federmäppchen mit der kleinen Hexe, keine Schlafanzüge mit dem Wassermann. "Da bin ich wie ein Kettenhund", sagt sie. Kritik an der fast heilen Märchenwelt der Preußlerschen Kinderbücher hat es seit den Siebzigerjahren immer wieder gegeben.

Wer meint, Kinderbücher müssten in jedem Fall realistisch sein und Probleme der Gegenwart zum Thema machen, dem hält Susanne Preußler-Bitsch das Credo ihres Vaters entgegen: "Er hat sich vehement dagegen gewehrt, dass man Kindern Probleme präsentiert, die sie nicht verursacht haben und die sie auch nicht lösen können." Gerade in Zeiten von Smartphones, Ritalin und Pisa-Studien sei es wichtig, das "Recht auf Kindheit" zu verteidigen.

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zum Artikel Susanne Preußler-Bitsch - Tochter von Otfried Preußler

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Sendung: hr-iNFO, 25.05.2018, 19.30 Uhr

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