Tom Franz
Tom Franz Bild © Yadid Levy

Vor fünf Jahren gewann der Deutsche Tom Franz eine israelische Koch-Show. Seither kennt jedes Kind in Israel Tom Franz. Von seinem außergewöhnlichen Lebensweg von Deutschland nach Israel, vom Juristen zum Koch, vom ungläubigen Christen zum gläubigen Juden erzählt er im Interview.

Seine Frau musste ihn überreden. Dann erst hat Tom Franz – damals noch Hobbykoch – sich bei der israelischen Fernsehshow "MasterChef" angemeldet. Vor laufender Kamera für eine strenge Jury zu kochen – das war hart. Doch ausgerechnet der Deutsche Tom Franz hat das Finale gegen tausende Konkurrenten gewonnen. Mit einer Mischung aus deutscher, israelischer und orientalischer Küche. "Ich wollte mit meinen Gerichten meine Geschichte erzählen", sagt er. Zum Beispiel Kartoffelsalat mit geräuchertem Fisch, den seine Mutter immer zu Weihnachten servierte oder rheinische Reibekuchen, die Tom Franz in Israel mit einem Sirup aus Roter Beete übergießt.

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Fünf Jahre ist das her mit der Kochshow, die damals mehr als die Hälfte aller Israelis eingeschaltet hatten. Mittlerweile kennt in Israel fast jedes Kind den Koch aus der Fernsehshow mit dem deutschen Akzent: Tom Franz. Seinen außergewöhnlichen Lebensweg schildert der 44-Jährige in hr-iNFO Das Interview. "Israel war immer in mir", beschreibt er die Faszination, die mit einem Schüleraustausch begann. Nach Banklehre und Jurastudium wanderte Tom Franz nach Israel aus und konvertierte zum Judentum. Aus dem ungläubigen Christen, der keine Party ausließ, war ein gläubiger Jude geworden, der den religiösen Weg gemeinsam mit seiner Frau geht. Mittlerweile haben die beiden vier Kinder.

Zitat
„Israel war immer in mir.“ Zitat von Tom Franz
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Selbstverständlich wird bei Tom Franz zuhause koscher gekocht. Das heißt: kein Schweinefleisch, Milchiges und Fleischiges trennen, keine Meeresfrüchte. Manche Einschränkungen merkt Tom Franz gar nicht mehr. Bei Krabben und Shrimps fällt es ihm aber immer noch schwer zu verzichten. Koscher zu kochen und zu essen, das heißt für ihn, "aus dem alltäglichen Bedürfnis der Nahrungsaufnahme einen Gottesdienst zu machen." 

Gleichzeitig möchte Tom Franz kulinarisch auf höchstem Niveau kochen. Wie er beides verbindet, zeigt er in seinen Kochbüchern "So schmeckt Israel" und "Israel kocht vegetarisch" (erschienen im AT-Verlag). Seinen Weg von Deutschland nach Israel beschreibt er in dem neuen Buch "Sehnsucht Israel - Mein Leben zwischen Kippa, Küche und Koriander". Es erscheint am 26. Februar im Gütersloher Verlagshaus.

Sendung, hr-iNFO, 16.2.2018, 19:35 Uhr

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