Yascha Mounk
Yascha Mounk sieht die Demokratie in Gefahr. Bild © picture-alliance/dpa

Der Aufschwung der Populisten weltweit bereitet Yascha Mounk Sorgen. Der Politikwissenschaftler sieht die liberale Demokratie in Gefahr. Nicht nur, aber auch durch die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten vor einem Jahr.

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zum Artikel Yascha Mounk - Politikwissenschaftler an der Harvard University

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Yascha Mounk lebt in New York. Er lehrt politische Theorie an der Harvard University, ist Publizist und er ist ein kritischer Beobachter der politischen Entwicklung in den USA. Nach einem Jahr Donald Trump klarer denn je: Die Wahl Trumps zum Präsidenten der Vereinigten Staaten war ein schwarzer Tag für die Demokratie. "Wir sehen, dass Populisten, die die Grundwerte der liberalen Demokratie mit Füßen treten, in das höchste Amt des mächtigsten Landes der Welt gewählt werden können. Und wem da nicht angst und bange wird um unsere Demokratien, und zwar nicht nur in den USA sondern auch in anderen Ländern, wo ähnliche Populisten Aufschwung haben, der ist glaube ich naiv", sagt er.  

Auch als Reaktion auf die Wahl Trumps hat Mounk, der seit 2005 in den USA lebt, im vergangenen Jahr die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen. "Ich wollte im Kampf für die Demokratie in den USA, im Kampf gegen Donald Trump 'wir' sagen können!" Jetzt, sagt Mounk, komme es darauf an, für den Erhalt der Demokratie zu kämpfen, nicht nur in den USA sondern auch in Europa.

"Der Lebensstandard stagniert"

In seinem neuen Buch "Der Zerfall der Demokratie. Wie der Populismus den Rechtsstaat bedroht" schlägt Mounk die Brücke von Trump zu den Rechtspopulisten in Europa.  Er sieht drei langfristigen Entwicklungen, die sich in den kommenden Jahren noch verstärken werden: Der Lebensstandard der meisten Bürger stagniert, die Gesellschaften verändern sich durch Zuwanderung und die sozialen Medien befeuern radikale Stimmen.

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Sa., 20.1., 14 Uhr
So., 21.1., 18.30 Uhr
Mi., 24.1., 19.35 & 21.35 Uhr

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Um die Demokratie zu retten, sagt Mounk, sind vier Schritte nötig: "Wir müssen uns viel stärker politisch engagieren, um den Populisten zu zeigen, dass sie nicht für uns alle sprechen. Wir müssen unsere Wirtschaftspolitik radikal ändern, damit Durchschnittsbürger endlich wieder an den Früchten der Globalisierung teilhaben können. Wir müssen für einen inklusiven Patriotismus werben, der unsere gemeinsamen Errungenschaften feiert und für alle Deutsche offen ist. Wir müssen in unseren Schulen und unseren Medien viel bewusster die Vorzüge unseres politischen Systems anpreisen, anstatt nur auf Missstände hinzuweisen. Die Verfechter unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung stehen nun in der Pflicht: Wir müssen endlich wieder für unsere Werte kämpfen!"

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Sendung: hr-iNFO, Das Interview, 20.1.2018, 14 Uhr

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