Dörte Eickelberg liebt das Meer – und das Surfen. Für ihr neues Buch hat sie Frauen aus der ganzen Welt getroffen, denen es ähnlich geht.

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Eine Frau mit Surfboard sitzt am Strand und blickt aufs Meer
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"Das Meer ist ein Sehnsuchtsort", sagt Dörthe Eickelberg in Das Interview bei hr-iNFO. Mit diesem Gefühl ist die 45-Jährige nicht allein. Auf der ganzen Welt hat die Filmemacherin und Autorin Frauen besucht, denen es ähnlich geht – und die noch eines gemeinsam haben: Sie lieben das Surfen.

2018 hat Eickelberg einen Dokumentarfilm über surfende Frauen gemacht: "Chicks on Boards".  Drei Jahre später ist nun ihr Buch "Die nächste Welle ist für dich" erschienen. Untertitel: "Wie ich von surfenden Frauen aus aller Welt lernte, was es heißt, frei und stark zu sein". Ein Beispiel dafür hat das Energiebündel aus dem Ruhrgebiet auch parat.

Frauen haben im Meer nichts zu suchen

Anisha aus Indien surft für ihr Leben gerne. Doch um zu surfen, musste sie mit einem Teil ihrer Familie brechen. Ein Mädchen auf dem Surfboard? Sowas gehört sich im klassischen indischen Rollenverständnis einfach nicht. Immerhin: Anishas Mutter hält zu ihr, bestärkt ihre Tochter darin, ihren Weg zu gehen. Die Männer der Familie sind da nicht so fortschrittlich. Ihr Vater hat Anisha verstoßen. "Vordergründig heißt es: Junge Frauen verwirken ihre Chancen auf dem Heiratsmarkt, wenn sie mit Schrammen im Gesicht und einer starken Bräunung aus dem Wasser zurückkommen", erklärt Eickelberg.

Das tieferliegende Problem sei aber das Signal, dass eine Surferin aussendet. Das Meer wird in Indien als Quelle von Gefahren gesehen. Da haben Frauen nichts zu suchen. Anisha bricht mit diesem Rollenverständnis, einfach indem sie ihren Sport ausübt, der ihr so lieb ist. "Das ist viel mehr als nur ein Sport für sie", weiß Eickelberg.

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Buch-Tipp

Dörthe Eickelberg: "Die nächste Welle ist für dich", Penguin Verlag, 304 Seiten, 14 Euro.

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Surfen ist "roh und archaisch"

Die arte-Moderatorin kennt das besondere Gefühl des Wellenreitens selbst. "Ich komme beim Surfen immer wieder an meine Grenzen, was mir sonst im Leben nicht so passiert", sagt sie. Surfen sei "roh und archaisch", jede Welle koste sie aufs Neue eine gewisse Überwindung. "Surfen macht einen mutig und demütig. Das ist eine ganz spannende Kombi", findet Eickelberg. Das Ergebnis dieser Mischung ist pure Freude. "Das Meer macht mich glücklich."

Das Interview führte: Corinna Tertel

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