Teaballs-Erfinder Simon Schmidt

Er ist der Daniel Düsentrieb Hessens: Simon Schmidt aus dem Main-Kinzig-Kreis ist Wirtschaftsingenieur und Erfinder. Zuletzt hat er einen Ersatz für den Teebeutel erfunden – und dafür den hessischen Gründerpreis erhalten.

Simon Schmidt sieht Probleme, wo andere keine sehen. Er stellt Sachen in Frage, die anderen selbstverständlich erscheinen. "In einem Teebeutel ein Problem zu sehen, ist eher schon eine Besonderheit", sagt Schmidt bei Das Interview von hr-iNFO und lacht. Aber genau das ist dem 37-Jährigen aus Gründau (Main-Kinzig-Kreis) vor vier Jahren passiert.

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Simon Schmidt
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Im Urlaub hatte er sich einen schwarzen Tee zubereitet und war noch einmal ans Büffet gegangen. Als er zurückkam, hatte der Tee zu lange gezogen und war nicht mehr genießbar. "Da sagte ich zu meiner Frau: 'Warum gibt es eigentlich noch den Teebeutel?'", erinnert sich Schmidt. Er war überzeugt, da gibt es eine bessere Lösung – und erfand die Teaballs (Teebälle).

Schnell, Bio und lokal produziert

Teaballs sind in Tablettenform gepresste Pflanzenextrakte. Die kleinen Pillen kommen ohne Zusatzstoffe aus und werden einfach in kaltem oder warmem Wasser aufgelöst. Man spart sich also nicht nur den Teebeutel, sondern umgeht auch die Gefahr, beim Auswringen desselben aus Versehen eine Sauerei zu veranstalten.

Für seine Erfindung hat Simon Schmidt den Hessischen Gründerpreis 2020 in der Kategorie "Innovative Geschäftsidee" erhalten. Die Vorteile liegen für ihn klar auf der Hand: "Es geht schnell, es ist Bio-Qualität und wir wissen, wer es produziert hat."

Eine Packung Teaballs

Revolution bei der Bahn

Die Teballs sind nicht die erste Erfindung, mit der der Wirtschaftsingenieur für Aufsehen sorgt. Als er noch bei der Bahn gearbeitet hat, erfand er ein Reparaturverfahren für ein Bauteil von Bahnschienen. "Das ist ein Teil, das schnell verschleißt", erklärt Schmidt. Früher musste es aufwendig ausgetauscht werden. Mit dem Reparatur-Set, das der Hesse entwickelte, ging das viel einfacher.

"Das Teil hält länger, die Instandhaltungskosten wurden stark reduziert und die Pünktlichkeit der Bahn erhöht", so der 37-Jährige. Auch dank dieser Erfindung konnte er sich selbstständig machen.

Bürokratie und Finanzierung meistern

Schmidt glaubt nicht, dass die Teebällchen seine letzte Erfindung gewesen sind. "Der Mensch wird immer Ideen haben", ist er generell überzeugt. Das Problem sei eher, dass die gesetzlichen Bestimmungen für Produktentwicklungen immer anspruchsvoller würden. "Und an das Geld muss man auch erstmal kommen", so Schmidt.

Sein Tipp: Am besten einfach mal bei der Hausbank anklopfen, um über eine Finanzierung zu reden. Das sei in Corona-Zeiten zwar nicht unbedingt erfolgversprechend, aber immer noch die vielleicht sicherste Variante. "Das Wichtigste ist, gesund zu gründen", rät Schmidt. Am Anfang braucht es aber natürlich erst einmal eine gute Idee.

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Das Interview führte Corinna Tertel

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Sendung: hr-iNFO, Das Interview, 30.04.2021, 19.35 Uhr

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