Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Ein Prozess, der schon vor der Pandemie begonnen hat, doch Corona hat das alles beschleunigt. Gut so, sagt die frühere Siemens-Personalchefin Janina Kugel.

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Janina Kugel
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Diversity – das ist so einer dieser Begriffe, die einem im Arbeitsumfeld derzeit ständig um die Ohren fliegen. Das mit der "Diversität" mit Leben zu füllen und in Unternehmen umzusetzen, stellt sich dann aber oft als gar nicht so einfach heraus. Das weiß auch Janina Kugel. Nicht nur weil sie – wie sie selbst sagt – als afro-deutsche junge Frau für Diversität in Führungsrunden gesorgt hat. "Diversität sind auch ganz unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen, die wir mitgebracht haben. Und die sieht man nicht." Diversität beziehe sich deshalb längst nicht nur auf Geschlecht oder äußere Merkmale.

"Generationen haben unterschiedliche Blickwinkel. Und wenn sie das schaffen, in einer Organisation zuzulassen, dass diese unterschiedlichen Perspektiven eingebaut werden, treffen sie bessere Entscheidungen", ist Kugel überzeugt. Und sie ist Fan eines weiteren Schlagworts dieser Tage: Veränderung. Nicht zuletzt sich selbst hat sie in den vergangenen Monaten verändern müssen. Vor gut einem Jahr der 50. Geburtstag, der Job bei Siemens ist Geschichte und als sie die Arbeit an ihrem Buch "It's now" begonnen hat, kommt die Pandemie. Mehr Veränderung geht ja kaum.

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Buch-Tipp

Das Buch von Janina Kugel, "It's now - Leben, Führen, Arbeiten", ist bei Random House erschienen und kostet im Hardcover 22 Euro.

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Und so schreibt sie darüber. Und meint damit nicht nur die Strukturen in Unternehmen, die immer noch viel zu oft viel zu hierarchisch seien. Kugel nimmt das ganze Land in den Blick. Manche Dinge müsse man einfach mal ausprobieren und anders machen. "Und wenn etwas nicht gut klappt, dann würde ich immer sagen: Dann machen wir es noch mal anders." Aus Angst vor Veränderung nichts zu tun, könne nicht die Lösung sein.

Verändert hat sie auch vieles bei Siemens. Als Arbeitsdirektorin eines Weltkonzerns war sie zwischenzeitlich für fast 380.000 Siemensianer verantwortlich. Mit der Erfahrung als Mutter von Zwillingen war ihr mehr Flexibilität für alle Beschäftigten ein Anliegen. "Meine Kinder haben mich immer unwahrscheinlich geerdet", sagt Kugel. Egal wie der Tag als Top-Managerin gelaufen sei, "in dem Moment wo ich die Haustür aufgemacht habe, waren nur deren Interessen im Vordergrund. Und das war gut und das war auch richtig so."

Schwarzwälder Kirschtorte zur Belohnung

Auch wenn das Öffnen der Haustür häufig spät stattfand. Denn die heute 51-jährige ist ehrgeizig und hat Power. Sonst hätte sie es auch nicht in den Vorstand eines deutschen DAX-Konzerns geschafft. Und doch braucht auch eine Janina Kugel hin und wieder eine Auszeit. Am liebsten in der Bergen, beim Skifahren oder Wandern. Und als Belohnung gibt es bei der gebürtigen Stuttgarterin: Schwarzwälder Kirsch.

Da ist sie beständig, nichts geht über den Klassiker. Doch ansonsten ist Janina Kugel alles Beständige suspekt. Nur Veränderung bringe die Dinge voran. Und auch einen selbst. "Wenn man das öfters macht – sich zu verändern – dann stellt man auch fest, dass das wirklich viel Spaß machen kann."

Sendung: hr-iNFO Das Interview, 21.04.2021, 20.35 Uhr

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