Shahak Shapira
Shahak Shapira tourt ab Herbst mit seinem Programm "German Humor" durch Deutschland. Bild © ss_press

Bekannt wurde er unter anderem durch seinen Protest gegen Hassbotschaften vor der deutschen Twitterzentrale in Hamburg. Geboren in Israel, kam der Comedian mit 14 nach Sachsen-Anhalt. "Das hat meinen Humor geprägt", sagt er.

Geboren vor dreißig Jahren in Israel kam Shahak Shapira als 14-Jähriger mit seiner Mutter und seinem Bruder nach Deutschland – und zwar ausgerechnet in eine NPD-Hochburg in Sachsen-Anhalt. "Das hat meinen Humor geprägt", sagt er. Er glaube zwar nicht, dass Humor eine Waffe oder ein Überlebensmittel sei. "Aber man kann Dinge besser aushalten, ich glaube das nennt sich Galgenhumor."

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Angriffe auf seine Familie von Neonazis kannte Shahak Shapira aus Sachsen-Anhalt. Als er nach Berlin zog, wurde er von Jugendlichen mit arabischem Hintergrund als "Judensau" beschimpft und attackiert. "Faschos sind Faschos, es gibt sie in allen Formen und Farben", sagt Shahak Shapira. Dass manche Türken oder Araber aus Judenhass Hitler gut finden, macht ihn fassungslos: "Am Ende sitzen wir doch im gleichen Zug."

Krankenversicherung, Demokratie und Spätzle

Sein einer Großvater war der einzige Holocaustüberlebende seiner Familie, sein anderer Großvater starb bei dem Attentat auf die israelische Olympiamannschaft 1972 in München. Trotzdem findet Shahak Shapira vieles toll in Deutschland – "Krankenversicherung, Demokratie, Spätzle" – und ist selbst gerade Deutscher geworden.

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Projekt "Yolocaust"

Shapira sorgte für Aufsehen mit seinem Projekt "Yolocaust". Dabei kombinierte er am Holocaust-Mahnmal in Berlin aufgenommene Selfies mit Bildern aus Konzentrationslagern. [mehr]

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"Kein Grund stolz zu sein, aber auch kein Grund sich zu schämen", meint er. Die Verbrechen der Vorfahren werfe er niemandem vor, sagt er. "Aber jeder hat die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass andere dein Land nicht in die Scheiße reiten." Die deutsche Vergangenheit sei dabei keine Last, sondern eher eine Orientierungshilfe.

Sendung: hr-iNFO, 14.9.2018, 19.35 Uhr

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