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Zum Artikel Kai Klose, hessischer Gesundheitsminister über die Herausforderungen der Corona-Krise

Kai Klose

Als Kai Klose vor etwas mehr als einem Jahr hessischer Gesundheitsminister wurde, konnte der Grüne nicht ahnen, was ihn 2020 erwarten würde.

Kai Klose (Grüne) ist bislang nicht auf Corona getestet worden. Für ihn und die Mitglieder der Landesregierung gelte, was für alle Bürgerinnen und Bürger gilt, sagt Hessens Gesundheitsminister in hr-iNFO. Nur bei Erkrankungs-Symptomen oder Kontakt mit einer infizierten Person könne er sich auf Corona testen lassen.

Der 46-Jährige muss derzeit topfit sein: Er braucht alle Kraft, um sich den gesundheitspolitischen Herausforderungen der Corona-Krise stellen zu können. In der Landesregierung besetzt er in dieser Phase eines der Schlüsselressorts.

Kurze Nächte

Klose steht in der Verantwortung dafür, dass das Gesundheitssystem leistungsfähig bleibt, um Schwerkranke versorgen zu können. Seine Nächte sind dementsprechend kurz. "Aber es geht nicht um mich, sondern um die Aufgabe", sagt Klose.

Vor etwa vier Wochen wurde in Hessen der erste Mensch positiv auf Corona getestet. Seitdem ist die Zahl der Infizierten auf rund 4.100 gestiegen. Mehr als 30 sind gestorben. "Die Zahlen steigen weiter an", sagt Klose. Es gehe darum, die Infektionskurve zu drücken und dafür zu sorgen, dass das Gesundheitssystem nicht überfordert werde.

Ein Ministerium als Signal

Als Klose am 18. Januar 2019 neuer Gesundheitsminister wurde, konnte er nicht ahnen, was sich gut ein Jahr später vor ihm auftürmen würde. Damals bekamen die Grünen aufgrund ihres Wahlergebnisses (19,8 Prozent) vier Ministerien in der schwarz-grünen Koalition.

Die Übernahme des Gesundheits- und Sozialministeriums durch die Grünen wurde auch als Signal dafür gewertet, dass sich die Partei sozialpolitisch etwas wahrnehmbarer aufstellen will. Klose war bereits in besagtem Ministerium Staatssekretär für Integration, bevor er dann das gesamte große Ressort Gesundheit und Soziales übernahm. Seinen Posten als einer von zwei Landesvorsitzenden der hessischen Grünen gab Klose auf, nachdem er Staatsminister geworden war.

Task Force kümmert sich um Masken

Noch kann Klose darauf verweisen, dass es in Hessen rund 12.000 freie Krankenhausbetten gibt, fast 2.000 sind jetzt mit Beatmungsgeräten für schwere Fälle ausgestattet. Vorsichtig optimistisch zeigt er sich in hr-iNFO, dass sich die Situation bei der der Versorgung mit Gesichtsmasken und Schutzausrüstung in der nächsten Zeit entspannen werde. Daran arbeite eine 100-köpfige Task Force des Innenministeriums, die für die Beschaffung zuständig sei.

Viel zu früh sei es hingegen für eine Debatte über Lockerungen bei den gegenwärtigen Zwangsmaßnahmen wie Schulschließungen oder Kontaktverboten. "Bis auf Weiteres" müssten die Maßnahmen bestehen bleiben. Die Ansteckungs-Kurve sei noch zu steil, eine zweite Infektionswelle müsse unbedingt verhindert werden.

"Ich habe aber keine Angst davor, dass wir diese Krise nicht bewältigt kriegen", sagt der Gesundheitsminister. Die schwarz-grüne Koalition sei extrem eng zusammengerückt: "Wir stehen alle unter Strom. Aber wir haken uns unter, damit es möglichst schnell vorbeigeht."

Sendung: hr-INFO Das Interview, 03.04.2020, 20.35 Uhr

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