Fritz Keller in seiner Kneipe

DFB-Präsident Fritz Keller steht nach etwas mehr als einem Jahr Amtszeit bereits in der Kritik. Er sei beratungsresistent und neige zu Alleingängen, so der Vorwurf. Keller selbst sieht sich eher als Reformer.

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Fritz Keller
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"Niemals", sagt Fritz Keller in Das Interview bei hr-iNFO, wird er jetzt als Präsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) zurücktreten. "Ich werde mich auf keinen Fall vom Weg der Erneuerung abbringen lassen", fügt er noch hinzu. Eine Erneuerung im DFB für die Keller steht. Nahbarer, weiblicher und transparenter möchte er den weltgrößten Sportfachverband machen. Das waren seine Worte zu seinem Amtsantritt vor etwas mehr als einem Jahr. Es sind eher die weichen Faktoren im harten Fußballgeschäft. Themengebiete mit denen man sich nicht gleich bei den Fußballfans Sympathien erwirbt.

Das Kerngeschäft ist die Fußball-Nationalmannschaft und da gab es zuletzt reichlich Gesprächsbedarf. Die Personalie Joachim Löw schlug hohe Wellen. Bleibt er Bundestrainer oder nicht? Wer hat was gesagt und wer hat Interna in die Öffentlichkeit gebracht? "Im Übrigen gab es nie eine laute Auseinandersetzung", stellt Keller klar. "Das sind alles Märchen die irgendjemand erfunden hat. Es gab kritische Fragen. So wie auf dem Fußballplatz. Miteinander gestärkt gehen wir da raus und sehr, sehr zuversichtlich."

"Mir hat niemand den Apfel gegeben"

Auch das interne Zerwürfnis beim DFB zwischen ihm und Generalsekretär Friedrich Curtius beschäftigt den Verband seit Wochen. "Diese Kontrollmechanismen funktionieren, wo einfach Dinge, die in diesem Jahr passiert sind, nicht mehr vorkommen. Und jeder der diesen Weg mitgeht ist willkommen."

Fritz Keller, der seinem Vornamen seinem Patenonkel, dem DFB-Ehrenspielführer Fritz Walter, verdankt erzählt auch über seine Zeit mit dem Fußball in Freiburg. Und die Bedeutung, die der Fußball in seinem Leben hat. Sein erstes Jahr als DFB-Präsident war hart. Ob er das Amt unterschätzt hat? "Ich habe den Apfel vom Baum genommen und da reingebissen. Ich habe ihn selber aufgenommen, mir hat niemand den Apfel gegeben." Weil er, und das betont Keller immer wieder, für den Fußball arbeiten möchte.

hr-iNFO, Das Interview, 18.12.2020, 19.35 Uhr

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