Zoodirektorin Christina Geiger

Christina Geiger ist die neue Direktorin des Frankfurter Zoos. Mit hr-iNFO hat sie über die kommenden Aufgaben gesprochen und erklärt, warum ihr Lieblingstier auch in Zukunft kein eigenes Gehege bekommt.

Sind wir ehrlich: Jeder von uns hat doch ein Lieblingstier, das man bei jedem Zoobesuch auf jeden Fall sehen möchte. Bei Kindern sind es vielleicht die süßen, kleinen Tiere. Erwachsene haben mitunter auch mal eine Schwäche für weniger ansehnliche Exoten. Bräuchte der Frankfurter Zoo aber ein Wappentier, käme dafür aber nur eines in Frage. "Ganz klar die Erdmännchen", sagt Christina Geiger auf die Frage, welches Tier denn das Lieblingstier der Besucher sei.

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Die Tiere hätten sie auch gewählt: Die Frankfurter Zoodirektorin Christina Geiger

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Geiger muss es wissen. Immerhin ist sie seit Mitte Februar nicht nur Direktorin des Frankfurter Zoos, sondern dort auch schon seit vielen Jahren als Veterinärin tätig.

Fast nur Frauen studieren Tiermedizin

Die Faszination für die Natur begleitet die 42-Jährige schon ihr ganzes Leben lang. Auf die Idee, aus ihrem Hobby dann auch einen Beruf zu machen, ist sie aber erst relativ spät gekommen, erzählt sie in „Das Interview“ von hr-iNFO. Dass sie als Tiermedizinerin dann einen der begehrten Plätze in einem Zoo ergattern konnte, bezeichnet sie als "Sechser im Lotto".

Heute sei die Situation eine andere als noch vor 10 oder 15 Jahren. "Heute sind es fast nur Frauen, die Tiermedizin studieren", sagt Geiger. "Da werden immer mal wieder Stellen frei, auch durch Mutterschutz.“ Etwas anderes sei es aber bei den Leitungsposten. Nur etwa 30 Prozent der Zoochefs in Europa seien weiblich. „In Deutschland, habe ich das Gefühl, sind es noch weniger", so Geiger.

Kreative Lösungen gesucht

Vielleicht liege es daran, dass der Job schwer mit einer Familie vereinbar sei. Die Arbeitstage seien nicht nur intensiv, sondern oft auch lang, weiß Geiger zu berichten. Das ist auch in Frankfurt nicht anders. Hier arbeitet die neue Zooleiterin daran, die Konzeptstudie Zukunft 2030+ umzusetzen, die bereits unter ihrem Vorgänger Miguel Casares erarbeitet wurde.

Der Zoo soll moderner werden. Angenehmer für Tiere und Besucher gleichermaßen. Das große Problem bei einem Zoo mitten in der Stadt: Platzmangel. "Wir können nur mit großer Anstrengung Platz für Tiere schaffen", sagt Geiger. Oft sind kreative Lösungen gefragt.

Eine "afrikanische Landschaft" für die Huftiere

So auch beim Löwengehege, das als erstes umgebaut werden soll. Das ist bisher mit einem Wassergraben von den Besuchern getrennt, der aber eben viel Platz vom Gehege wegnimmt. "Die Pläne, das zu ändern, sind schon weit vorangeschritten", so Geiger. Der Umbau könne hoffentlich bald beginnen.

Ebenfalls auf der Liste: eine neue Anlage für die Nacktmulle und eine komplett überdachte "afrikanische Landschaft" für Giraffen, Zebras und Okapi, die den Tieren mehr Wärme und Auslauf bietet und die Besucher näher an die Tiere heranbringt. Zudem will der Zoo in Zukunft auch mehr heimische Tierarten beherbergen, um sie den großen und kleinen Gästen vorzustellen.

Intelligenter als man meint?

Für Geigers Lieblingstier wird aber auch in Zukunft kein Platz im Frankfurter Zoo sein. Zumindest nicht offiziell. Geiger hat schon lange ein Faible für Kaninchen. "Die großen Augen, das weiche Fell: Sie sind niedlich und von ihrer Intelligenz maßlos unterschätzt, wie ich finde", meint die Zoodirektorin. Im Frankfurter Zoo tauchen die süßen Hoppler aber meist nur als Futter für die fleischfressenden Tiere auf. Das Gute: Kaninchen findet man in Frankfurt aber auch so genug. Auch ohne Gehege im Zoo.

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Das Interview führte Stephan Hübner.

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