Volkshochschule
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Jeder kennt sie und hat zumindest eine ungefähre Ahnung davon, was sie machen: die Volkshochschulen. Falls Ihnen dennoch etwas Volkshochschul-Basiswissen fehlen sollte, schaffen wir Abhilfe.

Was kann man an Deutschlands Volkshochschulen lernen?

Die Kurse lassen sich in sechs Bereiche einteilen: Ein wichtiger Bereich ist die Grundbildung. Da geht es etwa um Alphabetisierung oder um den Erwerb von Alltagskompetenzen. Hinzu kommen die Bereiche Beruf, Gesundheit, Kultur, Gesellschaft und Sprachen. Die Sprachen sind der wichtigste Angebotsbereich. Insgesamt 50 werden unterrichtet: Klassiker wie Deutsch als Fremdsprache, Englisch und Französisch, aber auch Gebärdensprache, Persisch oder Neuhebräisch. An der Volkshochschule Hamburg gibt’s sogar Plattdüütsch für Anfänger. Ansonsten kann man aber auch lernen, wie man Krimis schreibt, Mundharmonika spielt oder wie man per Wiesenmahd Natur und Landschaft aktiv schützen kann.

Wie viele Volkshochschulen gibt es in Deutschland?

Nach Angaben des Deutschen Volkshochschulverbands sind es 895, Stand 2017. Sie verteilen sich auf 16 Landesverbände. Getragen werden sie vor allem von Gemeinden und Kreisen. Ein gutes Drittel sind eingetragene Vereine. Allerdings ist die Zahl der deutschen Volkshochschulen in den letzten Jahren rückläufig. 2010 gab es laut Zeit Online noch 45 mehr.

Wer besucht die Volkshochschulen?

Fast drei Viertel der Volkshochschulbesucher sind Volkshochschulbesucherinnen. Besonders stark vertreten ist zudem das Alterssegment zwischen 35 und 64 Jahren. Rund 8,9 Millionen Kursbelegungen werden aktuell pro Jahr registriert, rund 18,2 Millionen im selben Zeitraum angeboten. Sie verteilen sich auf über 686.000 Veranstaltungen. Und damit das alles glatt läuft, sind rund 198.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz. Gut 95 Prozent von ihnen auf freiberuflicher Basis.

Was kostet der Volkshochschulbetrieb?

Aktuell pro Jahr rund 1,35 Milliarden Euro. Dieses Geld setzt sich vor allem zusammen aus Teilnehmergebühren, aus kommunalen und aus Landeszuschüssen. Die Mittel fließen aber nicht nur in Kurse, sondern auch in Förderprogramme. Einen hohen Stellenwert hat beispielsweise die politische Jugendbildung, und das Projekt "talentCAMPUS" fördert kostenfreie Angebote der kulturellen Bildung, um nur zwei Beispiele zu nennen. Ein wichtiges Betätigungsfeld ist außerdem die internationale Vernetzung. Der Deutsche Volkshochschul-Verband hat ein eigenes Institut für Internationale Zusammenarbeit. Seit mehr als 45 Jahren kooperiert es mit mehr als 200 zivilgesellschaftlichen, staatlichen und wissenschaftlichen Partnern in über 30 Ländern.

Wie sieht es mit dem Überraschenden aus?

Nun, ein Name, den man vielleicht nicht gleich mit dem Volkshochschul-Verband in Verbindung bringt, ist der des Politikers Adolf Grimme. Nach ihm ist einer der wichtigsten deutschen Fernsehpreise benannt. Gestiftet wurde der Grimme-Preis vom Deutschen Volkshochschulverband. Ein anderer Name, der beim Thema VHS eher überrascht: Carl Zeiss. Der Optik-Unternehmer war 1919 Mitbegründer der Volkshochschule Thüringen.

Und was zum Schluss auch nicht verschwiegen werden darf: Einige Wurzeln der deutschen Volkshochschulen reichen nach Hessen. Als eines ihrer Vorbilder gilt der Frankfurter Bund für Volksbildung von 1890.

Sendung: hr-iNFO, 13.02.2019, 07:10 Uhr

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