Bundestag
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Seit genau 100 Tagen ist die Große Koalition im Amt. Welcher Minister hat was bewirkt? Wer war erfolgreich und wer tut sich noch schwer?

Die Suchende: Kanzlerin Merkel

Angela Merkel
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Es ist ihre dritte GroKo, aber nichts ist mehr, wie es war. Zu Hause hat sie zwei Koalitionspartner, die diesmal stärker auf Krawall gebürstet sind. In Europa und der Welt läuft vieles gegen sie. Merkels mutmaßlich letzte Regierungszeit ist bislang ihre mit Abstand schwerste. Den richtigen Weg hat sie noch nicht gefunden.

Der Rauflustige: Innenminister Seehofer

Horst Seehofer
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Mit dem von ihm angezettelten Asylstreit hat Seehofer die Union und die Koalition an den Rand des Bruchs geführt. Er scheint entschlossen, Merkel das politische Leben so schwer wie möglich zu machen.

Die Lautstarken: Gesundheitsminister Spahn und Landwirtschaftsminister Klöckner

Jens Spahn
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Vor allem Jens Spahn (CDU) hat vom ersten Tag an keine Schlagzeile ausgelassen, der Gesundheitsminister provoziert gerne auch bei fachfremden Themen. Fachlich auf der Habenseite: sein Sofortprogramm Pflege.

Julia Klöckner
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Julia Klöckner (CDU) äußert sich ebenfalls gerne mal zu Burkinis und anderem, um die konservative Seele der Union zu streicheln. Als Landwirtschaftsministerin verlässlich an der Seite der traditionellen Landwirte – zum Beispiel in ihrem Widerstand gegen ein schnelles Aus von Glyphosat.

Die Eifrigen: Justizministerin Barley und Familienminister Giffey

Katarina Barley
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Eine-für-alle-Klage, Mietpreisbremse, Durchgreifen gegen Facebook, Datenschutz – Justizministerin Katarina Barley (SPD) ist bislang die Hyperaktive im Kabinett. Mit dem Gesetz zur Sammelklage kann sie auch den ersten Erfolg verbuchen.

Franziska Giffey
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Ganz fix war Familienministerin Franziska Giffey (SPD), das Gute-Kita-Gesetz war eine der ersten Initiativen des neuen Kabinetts. Bislang ohne erkennbare Schwierigkeiten beim Sprung von der Bezirks- in die Bundespolitik.

Die Umstrittenen: Außenminister Maas und Verkehrsminister Scheuer

Heiko Maas
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Die Linke Sarah Wagenknecht hat Außenminister Heiko Maas (SPD) als Azubi im Außenamt gescholten, auch in seiner eigenen Partei bekam Maas Gegenwind für seinen betont harten Kurs gegen Russland. Bislang noch kein Außenminister von Statur.

Andreas Scheuer
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Andreas Scheuer (CSU) steht im Kreuzfeuer der Umwelt- und Verbraucherverbände. Zu zahm sei sein Auftreten im Dieselskandal. Aber: Seine Mercedes-Rückrufaktion zeigt, dass Scheuer auch anders kann.

Der Erfolgreiche: Arbeitsminister Heil

Hubertus Heil
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Hubertus Heil hatte den Auftrag seiner SPD, mit dem Brücken-Teilzeitgesetz ein sozialdemokratisches Herzensprojekt zum Erfolg zu bringen. Auftrag erledigt, das Gesetz hat grünes Licht im Kabinett bekommen. Heil, einer der Sieger der ersten 100 Tage.

Die Rastlosen: Verteidigungsministerin von der Leyen und Wirtschaftsminister Altmaier

Ursula von der Leyen beim Besuch des Bundeswehr-Standorts in Fritzlar
Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen spricht vor einem "Tiger"-Kampfhubschrauber in Fritzlar. Bild © picture-alliance/dpa

Kampf um mehr Geld - vor allem damit war die Verteidigungsminister Ursula von der Leyen (CDU) bislang beschäftigt. Mit noch mäßigem Erfolg. Punkte machen konnte sie bei der von ihr lange gewünschten Drohnenbeschaffung.

Peter Altmaier
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Peter Altmaier hat sich in den ersten 100 Tagen von alternativen Energien bis zu Zöllen zu fast jedem Thema seines Ressorts geäußert. Gesetze hat er bislang noch nicht auf den Weg gebracht.

Der Zögerliche: Finanzminister Scholz

Olaf Scholz
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Um das Finanzministerium hat die SPD verbissen gekämpft. In den ersten 100 Tagen wurde Scholz das Etikett „Olaf Schäuble“ verpasst. Sozialdemokratisches Profil beim Vize-Kanzler? Bislang allenfalls in Umrissen zu erkennen.

Die Unauffälligen: Umweltministerin Schulze und Entwicklungsminister Müller

Gerd Müller
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Von Gerd Müller (CSU) war diese Rolle zu erwarten. Seine große Genugtuung: Die Entwicklungs- steigen parallel mit den Verteidigungsausgaben. Ein echter Coup.

Svenja Schulze
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Bei Svenja Schulze (SPD) ist die Unauffälligkeit ein Makel. Ihre Vorgängerin Hendricks trat im Diesel-Abgasskandal kerniger als Kämpferin für den Umweltschutz auf.

Die Leisen: Wissenschaftsministerin Karliczek und Kanzleramtschef Braun

Helge Braun
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Für Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) gehört das Wirken jenseits des Scheinwerferlichts zur Arbeitsplatzbeschreibung.

Anja Karliczek
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Von Anja Karliczek (CDU), die ein Zukunftsministerium führt, könnte mehr kommen. Als Neue im Wissenschafts- und Bildungsbereich hat sie noch Anlaufschwierigkeiten.

Sendung: hr-iNFO, 20.6.18, 9 Uhr

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