Netzwerkkabel
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Das World Wide Web wurde vor 25 Jahren am CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, entwickelt. Seitdem hat es unser Leben nachhaltig revolutioniert.

Am Anfang war er noch ganz schön schwerfällig – der Weg ins Internet. Und überhaupt – was ist denn das Internet? „Das Internet ist für uns alle Neuland", sagte Angela Merkel 2013 – 1996 traf das allemal noch zu. World Wide Web und Internet – das sagte nur wenigen etwas. Grund genug für das ZDF Morgenmagazin, das Internet mal zum Thema zu machen.

Da hatte der Moderator eine wichtige Frage an den Experten, die sicher viele brennend interessierte: „Würde es sich denn jetzt für mich lohnen, mir Zugang zum Internet zu verschaffen? Was findet man denn da überhaupt?“ Antwort Experte: "Ich kann dir mal zeigen, was es im Internet gibt: E-Mail ist eine der Sachen, die es im Internet gibt. Das ist die Möglichkeit, persönliche Briefe per Computer auszutauschen. Das geht erstens schnell und ist zweitens preiswerter als ein Fax oder ein Brief.

Außerdem gebe es da noch Newsgroups, erklärte der Experte. Also Internetforen, in denen man sich austauschen kann. Und dann noch das World Wide Web – natürlich mit Webseiten – zum Beispiel von Fußballvereinen oder Online-Reisebüros. Auch shoppen konnte man im Internet schon. Amazon gab es zwar noch nicht – nicht einmal ebay hatte es bis dahin nach Deutschland geschafft.

Online-Shopping und private Webseiten

Einige Händler hatten den Schritt in die digitale Welt aber bereits gemacht. Zum Beispiel die Firma Leder-Stoll aus Frankfurt. Schon 1998 eröffnete Joachim Stoll seinen Online-Shop koffer24.de. Der Grund dafür war ganz pragmatisch: Es kamen immer weniger Kunden in sein Geschäft. „Unser Standort in der Innenstadt ist schlechter geworden", so der Geschäftsinhaber. "Wir konnten aber nicht in die teureren 1A-Lagen auf der Zeil nachziehen. Und da lag eben Internet auf der Hand.“ Aber nicht nur Unternehmen stießen nach und nach ins Internet vor – auch immer mehr Privatleute legten sich Webseiten zu und schrieben dort auf, was sie so den ganzen Tag beschäftigte.

Mit dem Web 2.0 machte das Internet dann einen großen Sprung nach vorn. Plötzlich war es möglich, sich nicht nur im Internet zu informieren, sondern auch aktiv selbst Inhalte zu veröffentlichen. Erst konnten Nutzer in Gästebüchern ihre Meinung hinterlassen, später schrieben viele dann gleich ihren eigenen Blog.

Social Web ohne Modem

Von Anfang an dabei: Der Frankfurter Taxifahrer Frank Fischer. Der Taxi-Blogger habe damals selbst nicht gewusst, was ein Blogger ist – und dann einfach mal im Internet recherchiert. Dort habe er dann den sogenannten Shopblogger gefunden. „Dieser Bremer Supermarktbesitzer, der so ein halbes Jahr vorher mit dem Bloggen angefangen hat und der einfach nur berichtet, was so den ganzen Tag über in seinem Supermarkt geschehen ist. Also durchaus triviale Dinge", berichtet Fischer. "Und dann habe ich mir gedacht: 'Mensch, eigentlich erlebst du viel spannendere Sachen, könntest du auch mal machen.'"

In der Zeit, als Frank Fischer seinen Taxi-Blog schrieb, waren Schüler und Studenten in Deutschland noch bei StudiVZ und SchülerVZ unterwegs. Facebook schwappte erst langsam aus den USA nach Europa herüber. Das Social Web kündigte sich an. Facebook, Twitter, Snapchat, Instagram, LinkedIn – heute gibt es für jeden Zweck ein eigenes Netzwerk. Die Entwicklung ist rasant. Und mit dem Smartphone längst mobil. In der gleichen Zeit, in der sich früher noch zuhause das Modem ins Internet eingewählt hat, hat man heute unterwegs längst seine Mails gecheckt, mal eben was auf Facebook geliked und schnell noch was bei Amazon bestellt.

Sendung: hr-iNFO, 30.4.18, 06:10 Uhr

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