Das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior ist im Pazifik unterwegs, um gegen den Tiefseebergbau zu protestieren. Es ist Teil der laufenden Kampagne "Schützt die Ozeane".

Vor 50 Jahren machten sich einige Umweltschützer auf den Weg, um Atomwaffentests der USA vor Alaska zu verhindern. Kurz zuvor hatten sie Greenpeace gegründet. Es entwickelte sich eine weltweit tätige Organisation, die immer wieder mit spektakulären Aktionen auf Missstände aufmerksam machte. Doch es gab auch Rückschläge und Kritik.

Erst protestierte Greenpeace gegen US-Atombombentests vor Alaska, später gegen französische Atomtests im Pazifik. Taucher des französische Geheimdienstes versenkten 1985 das Greenpeace-Schiff "Rainbow Warrior". Dabei wurde ein Fotograf auf dem Schiff getötet.

Die Methode Greenpeace

1980 erfolgt die erste Greenpeace-Aktion in Deutschland: Aktivisten blockierten den Frachter „Chronos“, der giftige Dünnsäure in der Nordsee verklappte. Sie erkletterten die Schlote dreckiger Kohlekraftwerke, aus Protest gegen das Waldsterben. Kämpften gegen Giftmüllexporte und Tropenholz in Baumärkten. Umweltskandale aufdecken und dann medienwirksam dagegen vorgehen: Das war die Methode „Greenpeace“.

Die Greenpeace-Besatzung an Bord der SV Phyllis Cormack während der Amchitka-Kampagne im Jahr 1971. Dies ist ein fotografischer Bericht von Robert Keziere über die allererste Greenpeace-Reise, die am 15. September 1971 von Vancouver aus startete. Ziel der Reise war es, Atomtests auf der Insel Amchitka zu verhindern.

Greenpeace-Aktivisten kämpften gegen das Robbenschlachten in Kanada. Sie besprühten die Robben mit greller grüner Farbe; dadurch machten sie deren Fell wertlos. 1982 beschloss die Europäische Gemeinschaft, die Vorgängerin der EU, ein Einfuhrverbot für Robbenfelle. Mit halsbrecherischen Motorbootjagden versuchte man, Walfänger zu behindern. 1986 wurde der kommerzielle Walfang weltweit ausgesetzt – daran hatte wohl Greenpeace das Hauptverdienst.

Brent Spar: Bleibender Schaden fürs Image

Nicht immer waren die Greenpeace-Methoden lauter: 1995 wollte der Ölkonzern Shell die Ölbohrinsel „Brent Spar“ in der Nordsee versenken. Greenpeace-Aktivisten besetzten die Bohrinsel, sie sei voller giftiger Rückstände, behaupteten sie. Viele Autofahrer tankten aus Protest nicht mehr bei Shell, der Konzern gab nach und ließ “Brent Spar“ an Land zerlegen. Dann kam raus: Auf der Bohrinsel war nur ein Bruchteil der Ölrückstände, die Greenpeace behauptet hatte.

Greenpeace entschuldigte sich öffentlich. Und dennoch: "Greenpeace hat damals relativ stark Ansehen verloren", beschreibt der ARD-Umweltexperte Werner Eckert vor zehn Jahren die Folgen der Aktion. Zwar habe sich Greenpeace wieder sehr bemüht, das Ansehen wiederzugewinnen, "aber ich glaube, da ist etwas hängengeblieben."

Viel "Konkurrenz" und eine missglückte Aktion

Schon 1982 wollten einige Greenpeace-Mitglieder nicht immer nur das tun, was ihnen die Greenpeace-Zentrale in Amsterdam vorgab. Sie spalteten sich unter dem Namen „Robin Wood“ ab. Während Greenpeace 1987 eine eigene Antarktis-Station eröffnete. Und seit 1999 Ökostrom anbot. Robin Wood, Deutsche Umwelthilfe, „Fridays for Future“: Greenpeace hat mittlerweile viele Konkurrenten. Aktuell drohen Greenpeace und Umwelthilfe zusammen, VW, Daimler, BMW und dem Ölkonzern Wintershall DEA mit Klage, wenn sie nicht mehr für Klimaschutz tun.

Klagen vor Gericht sind wohl weniger riskant als die letzte, gründlich danebengegangene Greenpeace-Aktion vor drei Monaten: Aus Protest gegen den EM-Sponsor VW landete ein Aktivist mit einem Motorgleitschirmflieger im Münchener EM-Stadion, kurz vor Beginn des EM-Fußballspiels Frankreich gegen Deutschland und verletzte dabei zwei Männer. Der Super-GAU für das Greenpeace-Image. CDU- und FDP-Politiker forderten, den Gemeinnützigkeitsstatus von Greenpeace zu prüfen.

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Zum Artikel Von der Bewegung zum Konzern: 50 Jahre Greenpeace

Die Worte "Recht auf Zukunft - Klimaschutz jetzt!" sind mithilfe eines sogenannten Hydro-Schildes vor dem Bundeskanzleramt zu lesen. (EPA)
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