FDP Fähnchen
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1948 wurde die FDP in Heppenheim als Zusammenschluss linksliberaler und nationalliberaler Kräfte gegründet. Wie hat sich die Partei seither entwickelt? Und wie steht es heute um die Freien Demokraten? Ein (Rück-)Blick auf Erfolge, Misserfolge und Persönlichkeiten.

Aufs Ganze gesehen steht es um die FDP zu ihrem 70. Geburtstag besser als in den Jahren zuvor: Der Negativ-Trend bei den Mitgliederzahlen ist gestoppt. Im Bundestag ist die Partei auch wieder vertreten. Und beim aktuellen Deutschlandtrend kommen die Freien Demokraten immerhin auf 8 Prozent - das liegt allerdings unter den 10,7 Prozent von der Bundestagswahl im September 2017. Parteichef Christian Lindner verhandelte kurz danach mit Union und Grünen über eine Jamaika-Koalition. Und lehnte schließlich ab: "Es ist besser, nicht zu regieren, als falsch zu regieren."

Gründung

Die FDP im Wandel der Zeit: 1948 gründete sich die Partei als Zusammenschluss linksliberaler und nationalliberaler Kräfte. Mehrmals war sie als kleinerer Partner von Union oder SPD ein Teil der Bundesregierung. Ihr prominentester Kopf im Laufe der Jahre war wohl Hans-Dietrich Genscher.

Zitat
„Die Mauer zum Einsturz bringen, das konnte eigentlich nur vom Osten her geschehen. Ist es ja auch.“ Zitat von Hans-Dietrich Genscher
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Als Außenminister verantwortete er fast lückenlos von 1974 bis 1992 Deutschlands Außenpolitik vor und nach der Wiedervereinigung: "Alles, was wir vorher gemacht haben - Ostverträge, KSZE (Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), Abrüstungsverhandlungen, Bemühen um eine neue Politik - alles das war unser Beitrag. Die Mauer zum Einsturz bringen, das konnte eigentlich nur vom Osten her geschehen. Ist es ja auch."

Guido Westerwelle
Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle tritt am 27.09.2009 in Berlin auf der Wahlparty nach der Bundestagswahl auf. Bild © picture-alliance/dpa

Weitere Galionsfigur der FDP war ihr Gründungsmitglied Thomas Dehler. Dessen Ruhm mag heute verblasst sein, doch in den Jahren nach der Parteigründung war er bekannt für flammende Reden. Im Bundestag stritt er etwa 1952 vehement gegen die Wiedereinführung der Todesstrafe.

Partei für Besserverdienende?

Über die Jahre musste sich die FDP immer wieder gegen den Eindruck wehren, lediglich eine Partei für Besserverdienende zu sein. Die Verteidigung liberaler Werte wie etwa die Freiheit der Bürger gegenüber dem Staat nahm die FDP für sich in Anspruch. Ein Beispiel: Der Streit um den Großen Lauschangriff, also Überwachungsmaßnahmen durch Behörden. Per Mitgliederbefragung sprach sich die FDP 1995 dafür aus. Aus Protest dagegen trat die damalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger mit folgenden Worten zurück: "Da ich aus Überzeugung diese Änderung der bisherigen liberalen Rechtspolitik ablehne, kann ich die von den Mitgliedern mehrheitlich getroffene Entscheidung nicht im Interesse der FDP glaubwürdig vertreten und umsetzen."

14 Prozent unter Westerwelle

Bei den Feierlichkeiten zum 70. Parteijubiläum werden viele große Namen fallen, wie etwa die der Bundespräsidenten Theodor Heuss oder Walter Scheel. Auch des verstorbenen Parteichefs Guido Westerwelle wird die Partei erneut gedenken. Unter seiner Führung holte die FDP ihr bestes Wahlergebnis im Bund: Mehr als 14 Prozent der Stimmen waren es 2009. Vier Jahre später allerdings scheiterte die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde. Und kehrte erst vergangenes Jahr zurück in den Bundestag.

Theodor Heuss
Der erste deutsche Bundespräsident, Theodor Heuss, aufgenommen im Sommer 1958. Mit der Gründung der FDP 1948 wurde er deren erster Vorsitzender. Bild © picture-alliance/dpa

Mittlerweile läuft es wieder besser, auch in den Ländern: Auf den Regierungsbänken in Düsseldorf, Mainz und Kiel ist die FDP zurzeit mit dabei. In den westdeutschen Ländern kam sie überall außer im Saarland über fünf Prozent, dafür allerdings in keinem der ostdeutschen Länder außer in Berlin. Im Osten war die FDP nur kurz nach der Wiedervereinigung so richtig beliebt. Auch dank Hans-Dietrich Genscher, gebürtig aus Halle an der Saale.

Sendung: hr-iNFO, 12.12.2018, 07.45 Uhr

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