Mastschweine im Stall
Hausschweine sind von der Pest ebenso betroffen wie Wildschweine. Bild © picture-alliance/dpa

Die afrikanische Schweinepest breitet sich in Europa aus. Nach diversen Fällen in Osteuropa gibt es nun auch in Belgien die ersten Infektionen. Wie gefährlich ist die Krankheit für Tiere und Menschen? Ein Wissenswert.

Was ist die afrikanische Schweinepest für eine Krankheit?

Die afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine Viruserkrankung. Sie betrifft Wildschweine wie Hausschweine. Meist bilden sich örtlich begrenzte Seuchenherde. In ihnen tritt die Erkrankung immer wieder auf, erlischt aber nie. Die Inkubationszeit des Virus beträgt zwei bis 14 Tage. Sind Tiere akut betroffen, haben sie Fieber und Verdauungsstörungen. Es kann Blutungen auf Schleimhäuten oder inneren Organen geben, eine Blaufärbung der Haut und Lähmungen. Die Krankheit ist hoch ansteckend und endet für die meisten Schweine tödlich. Deshalb muss sie auch dem internationalen Tierseuchenamt gemeldet werden.

Ist sie auch für den Menschen gefährlich?

Nein, für den Menschen ist sie ungefährlich. Schweinefleisch kann weiterhin verzehrt werden, obwohl das Virus auch in Fleischprodukten enthalten sein kann. Dort bleibt es überdurchschnittlich lange wirksam. In Parmaschinken kann das Virus etwa länger als ein Jahr überleben, in Gefrierfleisch sogar bis zu sechs Jahren.

Ist die ASP auch schon in Deutschland aufgetreten?

Bisher ist sie nicht in Deutschland angekommen, wohl aber in anderen EU-Staaten. Seit 1985 gab es einzelne Ausbrüche in Belgien, den Niederlanden, Spanien und Portugal. Aktuell ist die afrikanische Schweinepest vor allem in Osteuropa verbreitet: im Baltikum, Rumänien, Ungarn, Tschechien und Polen. Allein in Rumänien wurden bis Ende August mehr als 123.000 Schweine getötet. Man spricht dort vom stärksten Ausbruch seit dem zweiten Weltkrieg. Prinzipiell kann das Virus per Reiseverkehr überall hin verschleppt werden. So ist es aus seiner Ursprungsheimat Afrika schon bis in die Dominikanische Republik gelangt.

Wie wird die afrikanische Schweinepest übertragen?

Das Virus kann beim Kontakt von Schwein zu Schwein weitergegeben werden, außerdem über Kot oder über Harn. Schweine infizieren sich auch, wenn sie sich am Kadaver eines kranken Artgenossen zu schaffen machen. Denn der Erreger befindet sich im Gewebe, im Blut und allen Absonderungen und Ausscheidungen infizierter Schweine. Übertragungswege sind außerdem die Stiche bestimmter Zecken. Ferner verbreitet sich das Virus über Produkte aus kontaminiertem Fleisch, zum Beispiel wenn illegal Nahrungsreste, Speise- und Schlachtabfälle an Schweine verfüttert werden.

Was kann gegen sie unternommen werden?

Bisher gibt es keinen Impfstoff oder sicher wirksame Behandlungsmöglichkeit. Beim Ausbruch der Krankheit werden deshalb Sperrgebiete um Infektionsherde errichtet, infizierte Tiere getötet, Hausschweintransporte unterlassen und Wildschwein-Bestände per Jagd kontrolliert. Schweinehalter müssen konsequent Hygienemaßnahmen einhalten. Tot aufgefundene Wildschweine werden den Behörden angezeigt und untersucht. Vorbeugend sollte man keine Schweinefleischprodukte aus Ländern mitbringen, in denen die afrikanische Schweinepest nachgewiesen ist.

Sendung: hr-iNFO, 04.10.2018, 6.20 Uhr

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