Alkolock
Sogenannte Alkolocks setzen die Zündung außer Kraft, wenn der Fahrer unter Alkoholeinfluss steht. Bild © picture-alliance/dpa

Bei einer hessenweiten Kontrollaktion am Wochenende hatte jeder sechste Lkw-Fahrer Alkohol intus. Alkohol-Wegfahrsperren könnten helfen, das zu verhindern, doch noch sind sie nicht Pflicht in Deutschland. Ein Überblick über den Stand der Diskussion.

Das Prinzip ist simpel: erst pusten und dann fahren. Und wer zu viel Alkohol getrunken hat, dessen Auto springt nicht an. Alkohol-Wegfahrsperre nennt sich das, kurz Alkolock. Die Debatte darum ist nicht neu, schon 2011 diskutierte die damals noch schwarz-gelbe Koalition über das Thema.

Jetzt könnte es aber konkreter werden, denn Alkolocks stehen im Koalitionsvertrag, und auch beim Deutschen Verkehrsgerichtstag in Goslar am vergangenen Wochenende waren sie Thema. Das Ergebnis: Die Verkehrsexperten empfehlen Alkolocks, vor allem bei Wiederholungstätern. Zusammen mit einer psychologischen Begleitung könnten sie Betroffene dazu bringen, ihr Verhalten zu ändern.

Noch viele offene Fragen

So sieht das auch der ADAC, sagt dessen Sprecher Andreas Hölzel: "Generell bieten diese Geräte natürlich die Chance, auch einen Beitrag zu leisten, um auffällig gewordene Autofahrer zu überprüfen - also die einfach schon ihren Führerschein verloren haben oder ihn abgeben mussten."

Allerdings seien noch viele Fragen offen, etwa wer die Kosten für das Gerät tragen soll, denn ein Einbau eines Alkolocks kostet als Privatperson mehrere Tausend Euro. Unklar ist auch, wie technische Tricksereien vermieden werden könnten. "Da sind natürlich noch viele technische Ungereimtheiten bei der ganzen Sache, deswegen befürworten wir hier ganz klar ein Pilotprojekt, das die Nutzen von Alkolocks  genauer untersucht und überprüft, was das Ganze bringt", so Hölzel vom ADAC.

Kein konkreter Zeitpunkt für Einführung

Um zu vermeiden, dass eine andere Person als der Fahrer die Atemprobe übernimmt, empfiehlt der Verkehrsgerichtstag, die Atemprobe mit einer Gesichtserkennung zu kombinieren.

In einigen anderen Ländern sind Alkolocks schon seit langem Standard: In den USA und den Niederlanden kommen sie beispielsweise bei Wiederholungstätern zum Einsatz und auch in Frankreich, Schweden und Finnland gibt es ähnliche Regelungen. Das deutsche Bundesverkehrsministerium nennt für die Einführung jedoch keinen konkreten Zeitpunkt.

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Hessenweite Kontrollaktion: Jeder 6. Lkw-Fahrer hatte Alkohol intus

Bei der Kontrollaktion hatten laut Polizeimitteilung von 1.200 kontrollierten Fahrern 190 Alkohol getrunken - das war fast jeder sechste. Bei 79 von ihnen überschritt die Alkoholkonzentration in der Atemluft die kritische Grenze von 0,5 Promille. Ihnen wurde deswegen die Fahrt untersagt. [mehr auf hessenschau.de]

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Sendung: hr-iNFO, 28.01.2019, 16:10 Uhr

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