Scrabble-Steine bilden das Wort "Steuern" und liegen auf Münzgeld

Steuern rauf oder Steuern runter - und für wen? In diesen Fragen unterscheiden sich die Parteien zum Teil deutlich. Wer was will und wer davon profitieren würde: ein Überblick.

CDU

"Jetzt Steuern zu erhöhen, wäre genau das falsche Mittel. Wir müssen wieder zu wirtschaftlichem Wachstum zurückkommen", sagt Armin Laschet. Die Frage ist nur wie. Und welche Geldbeutel da genau entlastet oder eben doch belastet werden sollen. Da unterscheiden sich die Parteien erheblich. Die Union will Unternehmenssteuern senken und den Solidaritätszuschlag für den Aufbau Ost abschaffen, den zuletzt nur noch Spitzenverdiener bezahlt haben. Und Haushalte, die zum Beispiel 50.000 oder 60.000 Euro im Jahr verdienen, werden entlastet, aber nicht so stark wie Gutverdienende - je mehr sie verdienen, desto weniger Steuern zahlen sie prozentual, und desto mehr bleibt im Portemonnaie hängen.

FDP

Bei der FDP ist das ähnlich, nur noch konsequenter. "In einer solchen Phase, in der wir sind, halten wir eine solche Debatte über zusätzliche Belastungen für geradezu konjunkturpoltisches Gift", sagt Christian Lindner. Die Liberalen wollen alles tun, um Steuern zu senken oder gar abzuschaffen. Der Spitzensteuersatz soll erst bei hohen Einkommen ab 90.000 Euro greifen. Generell gilt: Die FDP denkt durchaus für alle mit, wie auch die Union, und damit auch für die Menschen mit niedrigen Einkommen. Stärker profitieren würden aber vor allem die mit den höheren Einkommen. Also auch hier: Je höher das Einkommen, desto größer ist das Plus, das am Ende auf dem Konto bleibt. Laut einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim wird die Kluft zwischen Arm und Reich damit größer.

SPD

Was SPD, Grüne und Linke anbieten, ist der Versuch, genau das zu verhindern. "Die Zeit des Steuersenkungs- und Dumpingwettbewerbs ist zu Ende" - so hat sich Olaf Scholz gefreut, als die G20 sich prinzipiell auf eine globale Mindeststeuer geeinigt haben. Und es passt zu dem, was die SPD vorhat: Die niedrigen und mittleren Einkommen sollen besser gestellt werden, die höheren Einkommen stärker belastet, der Solidaritätszuschlag bleibt. Der Spitzensteuersatz soll erhöht, die Vermögenssteuer wieder eingeführt werden. Insgesamt soll mehr Geld in die Staatskasse fließen.

Die Grünen

Die Grünen unterscheiden sich da nur im Detail. "Dass wir das Beste, was in diesem Land steckt, auch wirklich möglich machen – für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie, für unseren Mittelstand und für eine lebendige Kultur, dafür müssen wir investieren", sagt Annalena Berbock.

Die Linke

Investieren will die Die Linke vor allem in den ärmeren Teil der Bevölkerung: Steuern senken, bei denen, die wenig haben, Steuerfreibeträge erhöhen. Und wer mehr hat, muss auch mehr bezahlen. Und zwar gehörig. Natürlich will auch die Linke die Vermögenssteuer zurück. "Wir liegen richtig, wenn es darum geht, Vermögenssteuer und Vermögensabgabe zu fordern und auch umzusetzen, um all diejenigen zu entlasten, die von der Krise ohnehin schon stark belastet sind", sagt Susanne Hennig Wellsow.

AfD

Eine Partei fehlt noch: die AFD. Sie will alles so einfach wie möglich gestalten, viele Steuern abschaffen, wie zum Beispiel die Grundsteuer, die Erbschaftssteuer oder Energiesteuern. Auch der Solidaritätszuschlag ist für die AfD überflüssig. Recht einfach gestrickt, aber es hat sowieso keine Chance auf Umsetzung, weil die AfD keine Aussicht auf eine Regierungsbeteiligung hat.

Bermerkenswert ist noch ein Ergebnis der Forscher vom ZEW in Mannheim: SPD, Linke und Grüne würden erstmal für mehr Einnahmen in der Staatskasse sorgen, Union und FDP würden den Haushalt noch mehr Geld kosten, also weitere Lücken reißen. Welchen Effekt diese steuerpolitischen Vorschläge langfristig haben könnten, das haben die Forscher nicht ausgerechnet.

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