Katwarn Übung Probe-Alarm Polizei

Am Donnerstag findet der erste bundesweite Warntag seit der Wiedervereinigung statt. Um 11 Uhr wird dabei über Sirenen, Radio- und Fernsehprogramme, Werbetafeln und Warn-Apps ein Probealarm ausgelöst.

An diesem Donnerstag geht es zunächst darum, die Alarme bekannter zu machen und für den Ernstfall zu testen. Ein solcher Ernstfall kann einiges sein - Naturgefahren, gefährliche Wetterlagen, Waffengewalt, Unfälle in Chemiebetrieben oder auch Stromausfälle. Zu möglichen Szenarien gehören auch Krankheitserreger.

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Der Ablauf der Warnung unterscheidet sich dabei je nach Bundesland und Kommune: In Berlin etwa gibt es seit den 90er Jahren keine Sirenen mehr, weshalb die Warnung dort über Medien, Apps und Anzeigetafeln der öffentlichen Verkehrsmittel verbreitet wird.

Warntag ab sofort alle zwei Jahre

In Hessen wird die Bevölkerung "neben Alarmsirenen und Rundfunkdurchsagen [...] auch über die kostenlose Warn-App hessenWARN sowie die Social-Media-Kanäle der hessischen Polizei informiert", so Hessens Innenminister Peter Beuth. Sowohl der Ton für den Probealarm um 11 Uhr, als auch das Sirenensignal zur Entwarnung um 11:20 Uhr dauern dann jeweils für eine Minute an.

Der Warntag soll laut Bundesinnenministerium dazu beitragen, die Akzeptanz und das Wissen um die Warnung der Bevölkerung in Notlagen zu erhöhen und damit deren Selbstschutzfertigkeiten zu stärken. Er soll ab sofort alle zwei Jahre immer am zweiten Donnerstag im September stattfinden.

Für den Katastrophenschutz sind in Deutschland unterschiedliche Institutionen auf Ebene des Bundes, der Länder und der Kommunen zuständig. Über all ihre Systeme soll am Donnerstag ein Alarm ausgelöst werden.

Die wichtigsten Warn-Apps

NINA
Nina wurde vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) entwickelt. Der Name steht für "Notfall-Informations- und Nachrichten-App". Der Bund, der nur bei großen nationalen Gefahrenlagen warnt, hat das System den Ländern für ihre Warnaufgaben zur Verfügung gestellt. Diese können bei Gefahren aus dem Bereich des Katastrophenschutzes (z.B. Unwetter oder Hochwasser) eigenständig Warnungen über Nina herausgeben. In vielen Bundesländern warnt Nina auch vor weniger großflächigen Gefahren (z.B. Entschärfung von Weltkriegsbomben).

Katwarn
Die App wurde vom Fraunhofer-Institut im Auftrag öffentlicher Versicherer entwickelt. Wie Nina hat sie regional unterschiedliche Funktionen. Sie gibt ebenso wie Nina bundesweit Warnungen des Deutschen Wetterdienstes heraus. Bei landesweiten Gefahren werden Nutzer von Katwarn in Berlin, Hamburg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland informiert. Für einige Landkreise gibt es regionale Meldungen.

Hessenwarn
Neben Katwarn gibt es für Hessen seit Ende 2019 auch die App Hessenwarn. Wie der Name vermuten lässt, ist diese App speziell auf die Bedürfnisse der hessischen Bürger ausgerichtet und soll vor Katastrophen und Gefahrenlagen warnen. Sie baut auf den bisher vorliegenden Funktionen von Katwarn auf, bietet noch umfassendere behördenübergreifende Warn- und Informationsfunktionen und kann kostenlos genutzt werden.

BIWAPP
Biwapp steht für "Bürger-Info- und Warn-App". Hier wird nicht nur vor großen Katastrophen, sondern auch vor Schulausfällen, Fahndungen oder Verkehrsunfällen gewarnt.

DWD Warnwetter
Die App des Deutschen Wetterdienstes informiert wie zu erwarten über das Wetter - sie warnt zum Beispiel bei Glatteis oder Sturm, informiert aber auch ausführlich über das aktuelle Wetter in Deutschland.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 10.9.2020, 6 bis 9 Uhr

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