dpa Trump
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Als Star der Reality TV- Show "The Apprentice" wurde Donald Trump mit dem Satz "You're fired" bekannt. Seit er im Januar ins Weiße Haus eingezogen ist, wächst die Liste der entlassenen Mitarbeiter in zunehmender Geschwindigkeit. Ein funktionierender Regierungsapparat, der Trumps politische Ziele umsetzt, scheint weit entfernt.

Donald Trump bleibt als Präsident seiner Fernsehrolle treu. Viele müssen im ersten halben Jahr seiner Präsidentschaft gehen. 

30. Januar 2017

Sally Yates, die aus der Obama-Regierung übriggebliebene amtierende Justizministerin muss gehen. Sie hatte Mitarbeiter des Ministeriums aufgefordert, die erste Version von Trumps Einreisestopp für Menschen aus Ländern mit vornehmlich muslimischer Bevölkerung nicht zu unterstützen. Außerdem sagt sie bei einer späteren Kongressanhörung, sie habe das Weiße Haus vor Russlandkontakten des Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn warnen wollen. Flynn, so ihre Befürchtung, könnte aus Moskau erpressbar sein. 

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13. Februar 2017

Michael Flynn tritt ab. Der hochdekorierte ehemalige General gehörte zu den frühen Trump-Verehrern, der im Wahlkampf zusammen mit seinem späteren Chef gefordert hatte, Hillary Clinton wegen ihrer E-Mail-Affäre hinter Schloss und Riegel zu bringen. Flynn hatte sich mit dem russischen Botschafter in Washington getroffen, bei seiner Einstellung allerdings über diese Unterredungen geschwiegen.

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9. Mai 2017

James Comey, der bisherige FBI-Direktor, muss gehen. Er erfährt aus den Medien, dass er gefeuert wurde. „Er hat mir wiederholt gesagt, ich würde einen tollen Job machen und er hoffe, ich würde bleiben“, wird Comey zitiert. „Also wunderte es mich, als ich im Fernsehen sah, das der Präsident sagte, er habe mich wegen der Russlandermittlungen entlassen.“ Die Bundespolizei hatte Ermittlungen zum Einfluss Russlands auf die Präsidentschaftswahlen 2016 und mögliche Verbindungen der Trump-Kampagne aufgenommen.

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 Juli 2017

In der zweiten Monatshälfte nehmen die Entlassungen im Weißen Haus zu. Als Trump den Geschäftsmann Anthony Scaramucci zum Kommunikationsdirektor macht, tritt Sprecher Sean Spicer zurück. Scaramuchi teilt verbal aus: Stabschef Reince Priebus bezeichnet er als wahnsinnigen Leaker, der Geheimnisse aus dem Weißen Haus verrate, Präsidentenberater Steve Bannon beschimpft er gegenüber dem Journalisten Ryan Lizza mit nicht jugendfreien Worten.  Priebus, ehemaliger Fraktionschef und  Trumps Draht zu den Republikanern im Kongress, geht. Donald Trump ersetzt Priebus mit dem Ex-General und bisherigen Heimatschutzminister  John Kelly. Der neue Stabschef werde ohne Zweifel einen spektakulären Job machen, meint der Präsident.

Die erste spektakuläre Aktion Kellys, den zahlreiche US-Medien für die Triebfeder dieser Personalentscheidung halten: Die Entlassung von Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci nach nur einer Woche. Seine Entgleisungen waren zu viel, da half auch die Liebe zum Präsidenten nicht mehr.

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Wie viele Mitarbeiter Donald Trump auch entlässt, US-Medien bezeichnen den Präsidenten selbst als Unruheherd, der den Kampf im eigenen Haus schätzt. Derweil kursieren im Internet und bei US-Medien auch andere Erklärungsversuche. Die Vermutung: Hinter dem  Personalspektakel steckt Methode und der Präsident braucht das fortgesetzte Chaos, um von den Russlandermittlungen oder auch seinen Finanzverbindungen abzulenken.

Sendung: hr-iNFO am 1.8.2017 um 16:10 Uhr

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