Strand Urlaub

Lissabon, Dublin, Kopenhagen - auch diese Städte sind von der Bundesregierung zu Risikogebieten erkärt worden. Dabei geht es nicht nur um die Anzahl der Neuinfektionen in den jeweiligen Regionen. Und auch wenn eine Reisewarnung kein Verbot ist: Für Reisende aus Deutschland hat sie Folgen.

Welche Länder und Regionen der Welt aus Sicht der Bundesregierung als Corona-Risikogebiete zählen, entscheiden das Bundesgesundheitsministerium, das Bundesinnenministerium und das Auswärtige Amt gemeinsam. Zentrales Kriterium ist die so genannte Sieben-Tage-Inzidenz. Das bedeutet: Sobald sich in einer Region, bezogen auf 100.000 Einwohner, in den zurückliegenden sieben Tagen mehr als 50 Personen neu mit dem SARS-Coronavirus-2 infiziert haben, wird sie zum Risikogebiet erklärt.

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Strandbesucher halten sich mit Mund-Nasen-Bedeckung am Strand von Biarritz, Frankreich, auf.
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Aber auch andere Umstände, die das Risiko einer Ansteckung erhöhen, können zu einer Reisewarnung führen. Christofer Burger, Sprecher des Auswärtigen Amtes, nennt einige davon: "Wie zuverlässig und stabil ist das Gesundheitssystem vor Ort? Gibt es ausreichend Test-Kapazitäten? Gibt es überzeugende Hygieneregeln? All das fließt in die Bewertung von Risikogebieten mit ein."

Die Prüfung aller Weltregionen ist fortlaufend. Und so stehen seit Mittwoch auf der aktuellen Liste der Risikogebiete des Robert-Koch-Institutes insgesamt 14 Regionen in EU-Ländern. Von den acht an Deutschland grenzenden Ländern sind nur noch Polen und Luxemburg nicht auf der Liste. Knapp 140 Länder weltweit sind derzeit als Risikogebiete eingestuft – darunter Spanien als aktuell einziger EU-Staat, für den als ganzes Land eine Reisewarnung gilt.

Folgen der Reisewarnung

Eine solche Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine abschreckende Wirkung haben. Denn über Infektionszahlen hinaus könnten auch weitere Faktoren Reisende betreffen, so Burger vom Auswärtigen Amt: "Zum Beispiel, wenn es Einschränkungen bei der Einreise für Deutsche gibt oder wenn nicht sicher ist, ob Rückflugmöglichkeiten für Reisende bestehen."

Die offizielle Reisewarnung ermöglicht es, Pauschalreisen kostenlos zu stornieren. Für Individualreisen ist das schwieriger – hier müssen Reisende auf Kulanzregelungen hoffen. Das gilt auch für die meisten Ferienhaus- und Ferienwohnungsbuchungen. Für Deutsche, die aus Corona-Risikogebieten zurück nach Deutschland einreisen, gelten bestimmte Regeln: Sie müssen sich nach der Einreise zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben und bei ihrem zuständigen Gesundheitsamt melden.

Der Verdienstausfall für die Zeit der Pflicht-Quarantäne soll laut Bundesregierung nach einer vermeidbaren Reise in ein Risikogebiet allerdings nicht gezahlt werden. Legen die Reisenden ein negatives Corona-Testergebnis vor, lässt sich die Quarantäne-Zeit verkürzen. Der Test in Deutschland ist bis zehn Tage nach Einreise kostenlos. Auch Testergebnisse aus dem Urlaubsland sind erlaubt – der Test darf allerdings nicht länger als 48 Stunden her sein. Diese Regelungen könnten sich bald ändern: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn von der CDU plant ab Mitte Oktober eine neue Test- und Quarantänestrategie – über die Bund und Länder Anfang nächster Woche beraten werden.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 24.9.2020, 18 bis 20 Uhr

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