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Zum Artikel Glosse: Stubenhocken als Coronakrisen-Schlüsselkompetenz

Ein Prolet sitzt, Hand in der Hose, faul auf der Couch.

Deutschland steht erst am Anfang der Corona-Pandemie – und schon jetzt fällt vielen daheim die Decke auf den Kopf. Für die hat hr-iNFO-Ulknudel Uli Höhmann, ein gelernter Stubenhocker, ein paar Tipps parat.

Irgendwo in Deutschland, in irgendeinem Wohnzimmer auf dem Sofa:

"Papa, Papa! Was machst'n du?"
"Ich arbeite."
"Papa, was denn?"
"Ich mach' Homeoffice."
"Papa, wenn ich groß bin, will ich auch mal Homeoffice werden!"

Falls Ihnen dieser Dialog so oder so ähnlich bekannt vorkommt aus den vergangenen Tagen, dann machen Sie bloß nicht den Fehler und reden Ihrem Kind diesen Berufswunsch aus. Nein, im Gegenteil: Am besten Sie reden gar nicht mit Ihrem Kind. So bestärken Sie es in seinem Wunsch zum Eigenbrödeln, so fördern Sie seine Begeisterung zum Stubenhocken – eine Schlüsselkompetenz, die das Land jetzt dringend von uns verlangt. Und das machen Sie Ihrem Kind am besten klar, in dem Sie es vorleben und … ignorieren.

Chill Skills sind die neuen Social Skills

Kinder orientieren sich an ihren Eltern. Und "Social Skills"? Tse, ich bitte Sie! Das ist so was von 10er Jahre! Heute sind eher so "Chill Skills" gefragt. Denn, wer rumhockt, rettet Leben. Asozial ist das neue sozial. Was allerdings nicht heißen soll, dass der Stubenhocker faul wäre. Nein, nein. Homeoffice kann sehr produktiv sein. Nur ist eben das wichtigste Körperteil des Homeoffice-Heroes sein Hintern, mit dem er keinen anschaut, weil er drauf hockt. Und das konsequent und ausdauernd. Mit dem interessanten Nebeneffekt, dass das äußerst ressourcenschonend ist.

Denn wer nur rumsitzt, verbraucht weniger Energie. Wer weniger Energie verbraucht, isst weniger Ravioli aus der Dose und wer weniger Ravioli aus der Dose isst, verbraucht weniger Klopapier. Und für diese extrem krisensichere Lebensweise brauchen Sie gar nicht viel. Eigentlich brauchen Sie dafür gar nichts. Nicht mal 'ne App.

Einfach sitzen bleiben

Und wenn Sie dann nach acht Stunden – naja, sagen wir sieben, sechs? fünf? dreieinhalb Stunden Arbeit im Homeoffice fertig sind, klappen Sie Ihr Notebook zu und – stehen nicht auf. Sie bleiben einfach sitzen und stecken niemanden an. Genau so. Sie machen das seeehr gut. Und Achtung, jetzt kommt die Bewährungsprobe:

"Papa, Papa, mir ist langweilig."
Was antworten Sie?
a) Geh doch mal raus!
b) Frag Mama! oder
c) Sie schweigen.

Gedanken hamstern lohnt sich

Egal, ob und wie Sie reagieren, wichtig ist, bleiben Sie sitzen. Reduzieren Sie weitere Kontakte und schöpfen Sie einfach mal aus Ihrem Inneren. Ja, gut… ich kann auch nichts dafür, wenn da nicht viel ist! Dann hätten Sie eben mal rechtzeitig ein paar Vorräte angelegt, ein paar Gedanken gehamstert. Auf denen man dann rumdenken kann beim Rumhocken. Wie zum Beispiel dieser Spruch des bayerischen Komikers Karl Valentin: Morgen besuch' ich mich, hoffentlich bin ich daheim. Das hoffe ich auch.

Sendung: hr-iNFO, 27.03.2020, 6-9 Uhr

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