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Zum Artikel Der Irak-Einsatz: Was die Bundeswehr bisher getan hat

Bundeswehr-Soldaten im Irak

Die Lage in der Golfregion spitzt sich zu - aus Sicherheitsgründen hat ein Teil der Bundeswehrsoldaten den Irak bereits verlassen. Doch woraus bestand der Einsatz der Bundeswehr genau? Ein Überblick.

Am 27. August 2014 landen in Erbil im Nordirak die ersten deutschen Bundeswehrsoldaten auf irakischem Boden, in der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistans. Der Auftrag für die sechs deutschen Soldaten lautet: Lieferungen aus Deutschland annehmen und im Irak verteilen.

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Der Wunsch von Ursula von der Leyen, damals Bundesverteidigungsministerin: Deutschland soll den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat, kurz IS, mit einem Ausbildungseinsatz im Irak unterstützen. Infanterie und Fallschirmjäger sollen die Peschmerga-Truppen, die kurdischen Streitkräfte der Region, vor Ort ausbilden. Später kommt noch die ABC-Abwehr dazu, der Schutz vor chemischen und biologischen Waffen.

Deutsche Waffen im Nordirak

Im Januar 2015 kommt der offizielle Beschluss: Sowohl CDU/CSU als auch SPD stimmen dem Mandat zu, zunächst befristet auf ein Jahr. Knapp 100 Soldaten beraten Peschmerga-Truppen, helfen bei Koordinations- und Logistikfragen aus und bringen vor allem eines mit: Waffen. Fast dreißigtausend Pistolen, Sturm- und Maschinengewehre haben sie im Gepäck.

Waffenlieferungen in eine Kriegsregion - für Deutschland ein Novum, für die Opposition ein No Go. So kritisiert zum Beispiel Grünen-Politikerin Agnieszka Brugger im November 2015, dass man nicht wisse, in wessen Hände die Waffen geraten könnten.

Wiederaufbauhilfe und kurzfristiger Abzug

Doch der Bedarf an Unterstützung des vom Krieg gezeichneten Landes reißt – zumindest laut Ursula von der Leyen – nicht ab. Die Ex-Verteidigungsministerin nimmt den Terroranschlag in Paris 2015 zum Anlass, die Anzahl an deutschen Soldaten im Irak aufzustocken. Statt 100 Soldaten sollen es 150 werden, aufgeteilt auf die Hauptstadt Bagdad und das 30 Kilometer nördlich entfernte Taschdi.

Bis 2018 wird der Einsatz vom Bundestag zweimal verlängert. Am Ende ist Ursula von der Leyen davon überzeugt, den IS besiegt zu haben, aber: "Jetzt gilt es, den Frieden zu gewinnen, das heißt, das Land geht in eine ganz wichtige, neue Phase, die Phase des Wiederaufbaus des Landes."

Die deutschen Soldaten bleiben also, auch, weil die irakische Regierung sie darum bittet. Bis heute: Der Abzug der Bundeswehrsoldaten hat begonnen.

Sendung: hr-iNFO, Aktuell, 07.01.2020, 15-18 Uhr

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