Fahrgäste an einer Haltestelle für Busse und Straßenbahnen an der Konstablerwache in Frankfurt
Fahrgäste an einer Haltestelle für Busse und Straßenbahnen an der Konstablerwache in Frankfurt. Bild © picture-alliance/dpa

Ohne öffentliche Verkehrsmittel geht für viele Menschen im Rhein-Main-Gebiet gar nichts. Aber auch mit Bus und Bahn läuft's oft nicht gut. Mit 2,5 Millionen Pendlern täglich stößt das System an seine Grenzen.

Am Knotenpunkt Frankfurter Hauptbahnhof drängen sich Pendler, Touristen, Messebesucher und Reisende zum Flughafen in die Züge. Doch vor allem Stammkunden sind unzufrieden mit dem Angebot, es läuft einfach zu viel schief: "Es ist übervoll, man bekommt keinen Sitzplatz, man muss stehen, viele Verspätungen … Es ist ein Glücksspiel. Man weiß nie, wann der Zug ankommt."

Weitere Informationen

#hrWAHL - Reden wir über Stadt und Land

In der Reihe #hrWAHL kann das Publikum mit hessischen Spitzenpolitikern über wichtige Themen in Hessen diskutieren. Los geht's am Mittwoch (19.) ab 21 Uhr, u.a. mit den Themen Verkehr und Wohnraum. hr-iNFO überträgt live. Über soziale Medien oder E-Mail können Sie mitmachen und Ihre Fragen stellen. [mehr]

Ende der weiteren Informationen

Das große Problem ist die Infrastruktur in und ums Rhein-Main-Gebiet. Die Zahl der Fahrgäste wächst zwar immer weiter, doch das Schienennetz wächst nicht mit. In den vergangenen Jahren wurde hier schlicht zu wenig investiert. Die vorhandenen Schienen reichen nicht, erklärt Knut Ringat, der Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV). Das Netz sei marode, in den Hauptverkehrszeiten sei man am Anschlag. "Wir bestellen jede Fahrstraße, jeden Slot, den es auf dem Gleis gibt. Die Züge sind so lang wie sie lang sein dürfen, mehr geht nicht. Und trotzdem bekommen wir in den Hauptverkehrszeiten die Menschen nicht weg."

Zwölf Milliarden Euro für neue Infrastruktur-Projekte

An Ideen zum Ausbau der Infrastruktur mangelt es nicht: Seit Jahrzehnten gibt es schon Pläne für verschiedene Großprojekte, die die Kapazitäten erhöhen sollen. So zum Beispiel die Nordmainische S-Bahn mit zusätzlichen Gleisen zwischen Frankfurt, Maintal und Hanau. Oder der Hessen Express, der eines Tages von Wiesbaden über den Frankfurter Flughafen nach Darmstadt rollen soll.

Doch bisher haben die Bahn und der Bund nicht genügend investiert und die Projekte nicht vorangetrieben, Planungen zogen sich in die Länge, kritisiert zum Beispiel der Fahrgastverband Pro Bahn. Doch das soll sich jetzt ändern. Bis 2030 fließen zwölf Milliarden Euro in neue Infrastrukturprojekte im Rhein-Main-Gebiet, sagt RMV-Chef Ringat: "Jetzt holen wir sehr viel nach, im Rahmen von großen und sehr vielen kleinen Projekten. Bis 2025 müssen die Weichen gestellt sein." Erst mit der Infrastruktur werde man Stück für Stück die Qualität im ÖPNV verbessern können.

Einige Projekte werden schon umgesetzt: Zwischen Frankfurt und Bad Vilbel hat der Ausbau der Bahnstrecke begonnen, am Frankfurter Hauptbahnhof wird gerade ein zusätzliches Gleis gebaut, seit einem Monat wird der Verkehr im S-Bahn-Tunnel über ein neues, modernes Stellwerk gesteuert. Doch bei vielen anderen Projekten wie dem Hessen Express müssen die Pendler noch Geduld aufbringen: Bis die Bauarbeiten beginnen und die neue Infrastruktur genutzt werden kann, dauert es noch Jahre.

Sendung: hr-iNFO, 19.9.2018, 16.10 Uhr

Jetzt im Programm