Deutsche Bahn
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Die Deutsche Bahn will in Infrastruktur, Züge und Mitarbeiter investieren – und weniger in Berater. Das geht aus einem Strategiepapier des Vorstands hervor, über das der Aufsichtsrat jetzt berät. Dass die Reform dringend nötig ist, zeigt sich auch in Hessen. Wo hakt es besonders und was will die Bahn dagegen tun?

Pünktlichere und weniger volle Züge, garantierte Anschlüsse, billigere Preise - das wünschen sich Bahnkunden in Hessen von der Bahnreform. "Damit die Städte leer werden von Autos und Bahnfahren attraktiver wird", sagt ein Pendler am Frankfurter Hauptbahnhof. Viele dieser Kundenwünsche versucht die Bahn jetzt umzusetzen im Rhein-Main-Gebiet - also dort, wo es besonders eng ist. Fast zwei Drittel der deutschen Fernverkehrszüge müssen hier durch.

Läuft im Eisenbahnknoten Frankfurt etwas schief, hat das Auswirkungen auf den gesamten Bahnverkehr in Deutschland. Die Bahn hat deshalb gemeinsam mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund RMV und dem hessischen Verkehrsministerium ein Intensivprogramm gestartet.

Zwölf Milliarden für Ausbau des Knotens Frankfurt

Durch viele kleinere Maßnahmen soll der Verkehr insgesamt zuverlässiger werden, erklärt Frank Sennhenn, Vorstandsvorsitzender bei der DB Netz AG. Erst mal setze man in der Disposition an: "Es geht darum, dass wir die Züge flüssiger durch das Netz im Großraum Frankfurt bringen müssen und damit eine Pünktlichkeitswirkung im Bereich Hessen erzielen können."

Außerdem werde man deutlich mehr in Prävention investieren: "Wir kümmern uns darum, dass wir frühzeitig erkennen können, ob Weichen kaputtgehen, wir investieren in die Prävention in Stellwerken, in der Leit- und Sicherungstechnik und auch in den Gleisen", sagt Sennhenn. Damit soll es weniger Störungen geben, die die Züge ausbremsen.

Langfristig will die Bahn an vielen Stellen die Infrastruktur ausbauen. Zwischen Frankfurt und Bad Vilbel passiert das bereits, die Strecke wird gerade von zwei auf vier Gleise erweitert. Geplant sind außerdem Ausbauprojekte zwischen Frankfurt und Hanau, zwischen Hanau und Fulda oder zwischen Frankfurt und Mannheim. Bis 2030 sollen zwölf Milliarden Euro in den Ausbau des Knotens Frankfurt fließen.

Al-Wazir: "Lage bleibt angespannt"

Doch bevor die neuen Strecken fertig sind, bleibt die Lage angespannt, sagt Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir: "Am Geld mangelt es momentan nicht. Wir würden gerne noch mehr Züge bestellen, die fahren. Aber das Problem ist, dass die Gleise nicht da sind, auf denen sie fahren können. Und da sieht man, dass wir in den letzten Jahren zu wenig in den Bereich investiert haben, und das müssen wir jetzt nachholen."

Außer in die Infrastruktur investiert die Bahn außerdem mehr in Züge und Personal in Hessen. Sie bildet neue Lokführer aus, sucht zusätzliche Mitarbeiter für die Werkstätten und hat neue S-Bahn-Wagen gekauft. So sollen weniger Fahrten ausfallen. Doch um den steigenden Bedarf zu decken, muss noch viel mehr passieren. Die Zielvorgabe von Bund und Bahn ist ehrgeizig: 2030 sollen doppelt so viele Menschen Bahn fahren wie heute - in Hessen und ganz Deutschland.

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