Sortierte Verpackungsabfälle stehen gepresst neben einer Halle, nachdem sie in der Sortieranlage des Entsorgungsunternehmens Remondis getrennt worden sind.

Deutschland ist einer der europäischen Top-Verursacher von Plastikmüll. Zugleich betreiben wir beim Recycling einen gigantischen Aufwand. Doch der Erfolg dieses Systems ist zweifelhaft.

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Zum Artikel Kampf gegen Plastikmüll: "Wir brauchen viel mehr Mehrweg"

Eine Mehrwegflasche ist als solche gekennzeichnet.
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Weg mit der Plastikflasche, ran an die Alternativen. Kunststoffabfälle nehmen bei uns kontinuierlich zu. Zuletzt ausgewertet wurde das im Jahr 2019: Insgesamt 6,3 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle fielen damals an. 86 Prozent davon in Privathaushalten und im Gewerbe. Pro Kopf waren im Durchschnitt 76 Kilogramm Plastikmüll zu verbuchen. Davon entfiel die Hälfte auf Verpackungen.

Seit 1995 mehr als verdoppelt

Seit 1995 hat sich die Menge an Kunststoffabfall mehr als verdoppelt. Weil mehr Kunststoffflaschen und -verpackungen genutzt wurden oder weil der Außerhaus-Verzehr und Verbrauch von Convenience-Produkten zunahmen. Den Trend zu Einwegverpackungen hat die Coronakrise nun noch verstärkt. Darauf weist aktuell das Frankfurter Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) hin.

Wie also mit dem Plastikmüll umgehen? Recycling ist eine Lösung. Und da ist noch Luft nach oben. Beispiel Plastikverpackungen: Laut Naturschutzbund (Nabu) wird bisher nur etwas mehr als die Hälfte von ihnen recycelt. Der Rest wird vor allem verbrannt, mit beträchtlichen ökologischen Folgen. Bis 2022 allerdings soll diese Recyclingquote in Deutschland um gut 15 Prozent ansteigen.

Was helfen würde

Keine Lösung ist es, das Problem in andere Länder zu verlagern. Deutschland gilt in der EU als größter Exporteur von Plastikabfällen. Abnehmer Nummer eins ist Malaysia, gefolgt von den Niederlanden, Polen und der Türkei – und andernorts wird nicht alles ordnungsgemäß recycelt. Allerdings gelten seit diesem Jahr verschärfte Regeln für den Export von Kunststoffabfällen aus der EU.

Was müsste noch passieren? Bessere Mülltrennung unter Einbezug der Wertstofftonne zum Beispiel. Ein wirklich umfassendes Einweg-Plastikverbot. Und weniger Plastikverpackungen. Denn bei denen haben wir in Deutschland laut Heinrich-Böll-Stiftung den viertgrößten Pro-Kopf-Verbrauch in Europa, übertroffen nur von Estland, Irland und Luxemburg.

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