Ein Verkehrszeichen "Achtung! Schleudergefahr", das zusätzlich mit dem SPD-Schriftzug versehen ist.
Die SPD sackt in der Wählergunst weiter ab. Bild © Imago

Die AfD hat im aktuellen DeutschlandTrend die SPD überholt und ist erstmals zweitstärkste Partei geworden. Für unseren Kommentator ist das nur die logische Quittung für das Maaßen-Theater der vergangen Tage.

Wundert sich eigentlich noch jemand über das Ergebnis? Ich jedenfalls nicht. Sind wir ehrlich: Die Große Koalition kann noch so eine gute Arbeit leisten, wenn weiter so offen Krieg gegeneinander geführt wird wie bisher, dann wird das nichts mehr.

Besser anständig arbeiten

Schauen wir allein die letzten Tage an. Da wird Ewigkeiten über eine relativ unwichtige Personalie gestritten. Und am Ende lässt sich eine SPD-Chefin ganz offen von einem Innenminister der CSU über den Tisch ziehen – natürlich nicht, ohne vorher tagelang gegenseitig Drohungen auszutauschen. Das kann man keinem mehr erklären. Und am Ende stehen alle als Verlierer da. Vor allem aber die SPD. Und wer will sich schon mit Verlierern abgeben?

Von dem ganzen Theater profitiert die AfD. Die Partei der einfachen Lösungen. Ob die Lösungen funktionieren? Egal, man kann es ja einfach mal sagen. Eine Partei, die sich noch nie beweisen musste und natürlich groß tönen und provozieren kann. Union und SPD sollten sich darauf nicht einlassen, sich vor allem nicht weiter selbst zerfleischen oder über Scheinthemen diskutieren. Besser wäre: anständig abeiten und das den Bürgern erklären.

Nach unten offen

Kein Zweifel, das passiert sogar. Zum Beispiel im Bereich Gesundheit. Da ist ein Minister Jens Spahn (CDU), der wichtige Themen in der Pflege anpackt, der Gesetze in der Mache hat, die auch gesetzlich Versicherten schneller Termine beim Arzt ermöglichen sollen. Da steckt das Familienministerium Milliarden in Kindertagesstätten, damit auch ärmere Familien sich so eine Betreuung leisten können. Aber: All das geht unter in peinlichen Streitereien, in denen keiner gut aussieht. Und die Quittung zeigt: 17 Prozent für die SPD, die Union unter 30 Prozent. Und die AfD lacht sich kaputt.

Jetzt heißt es: Reißt euch zusammen! Denn: Nach unten ist noch ziemlich viel Luft.

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Sendung: hr-iNFO, 21.09.2018, 12.20 Uhr

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