Der AfD wird Fremdenfeindlichkeit vorgeworfen.

Die AfD hat seit ihrer Gründung eine deutliche Entwicklung gemacht. Personal und Programm änderten sich stetig. Wie fing alles an und welche Personen haben die Partei bekannt gemacht?

Bernd Lucke war einer von drei gleichberechtigten Sprechern der neuen AfD. Aber der Wirtschaftsprofessor aus Hamburg wurde schnell zu ihrem bekanntesten Vertreter. "Die Alternative für Deutschland ist eine Partei neuen Typs: Sie ist weder links, noch rechts", sagt er. "Warum sollten wir auch? Als Alternative für Deutschland brauchen wir keine ideologischen Wegweiser, wir brauchen nur unseren gesunden Menschenverstand – und der ist weder rechts noch links."

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"Deutschland braucht den Euro nicht" war der Kernpunkt des Programms der AfD. Der damalige AfD-Vize Alexander Gauland war vorher in der hessischen CDU gewesen. "Ich bin in dieser einen Euro-Frage ganz anderer Meinung und halte die für so wichtig, dass ich meiner Partei nicht mehr folgen kann", sagte er damals über die CDU. "Es hat nichts mit persönlicher Feindschaft gegenüber irgendjemandem zu tun."

Schon immer ging es um Identität

Bald kam auch Hans-Olaf Henkel dazu, der frühere Chef des Bundesverbandes der deutschen Industrie; auch einer der Euro-Skeptiker. Die AfD verpasste 2013 knapp den Einzug in den Bundestag, zog aber bald ins Europaparlament und in mehrere Landtage ein.

"Weder links noch rechts" sei die AfD, hatte Bernd Lucke gesagt. Aber: Auch zu seiner Zeit ging es schon auch um deutsche Identität und Zuwanderung. AfD-Niedersachsen-Chef Armin-Paul Hampel etwa warf CDU und Grünen vor: "Ihnen geht es nicht um Sinti und Roma, um Bangladeshi, Pakistani oder Inder – für sie muss die Zuwanderung her, damit die Deutschen in einem großen europäischen Brei aufgehen. Und das lehne ich ab".

Luckes Abwahl folgte 2015

Im Osten war die AfD besonders erfolgreich. Frauke Petry aus Sachsen, eine der drei Sprecherinnen der AfD, sagte zu den Montagsdemonstrationen der Pegida-Bewegung: "Es gibt in der Tat thematische Überschneidungen und es ist richtig, dass auch viele AfD-Mitglieder in Dresden mitlaufen".

Bernd Lucke war dagegen, mit Pegida zusammenzuarbeiten. Mit der innerparteilichen Gruppe "Weckruf 2015" hoffte er, den rechten Flügel in den Griff zu bekommen. Er wollte alleiniger Parteichef werden. Aber: Die eher wirtschaftsliberalen Euro-Gegner wurden immer schwächer. Auf dem Parteitag im Juli 2015 in Essen wurden Lucke und seine Mitstreiter abgewählt.

Neue Themen nach Lucke im Fokus

Sie traten aus und gründeten eine neue Partei namens "Alfa". Etwa 2000, so auch die neue starke Frauke Petry, waren aus der AfD ausgetreten. Allerdings: "Sehen Sie es mal anders herum, es sind mehr als 80 Prozent weiterhin bei uns", sagte sie.

Flüchtlinge und Migration waren seit 2015 das neue Thema der AfD. Es ging immer mehr um "Volkstod", "Umvolkung", Kampf gegen Islam und Zuwanderung. Frauke Petry wollte allerdings den rechten Frontmann Björn Höcke aus der Partei raushaben. Das verhinderte aber eine Mehrheit beim Parteitag in Köln.

"Ein gäriger Haufen"

Mit Alice Weidel und Alexander Gauland als Spitzen-Duo zog die Partei 2017 mit fast 13 Prozent der Stimmen in den Bundestag ein. Frauke Petry trat nicht der AfD-Fraktion bei und verließ auch die Partei. Alexander Gauland wunderte sich darüber nicht: "Unsere Partei ist ein gäriger Haufen und jetzt ist halt jemand obergärig geworden".

Frauke Petry gründete die "Blaue Partei", die allerdings genauso erfolglos blieb wie Luckes "Alfa"-Partei. Die AfD wählte sich danach ein rein männliches Sprecher-Duo: Alexander Gauland und Jörg Meuthen.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 29.11.19, 6-9 Uhr

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