Der beleuchtete Haupteingang der Messe Frankfurt am Abend.

In Frankfurt sind wieder Messen geplant. Für viele Dienstleister in der Stadt, die mit der Messe ihr Geld verdienen, ist und war die Zeit des Lockdowns eine harte Überlebensprobe.

Es ist still geworden im Büro des Messebauers X-cite in Frankfurt. Aufträge gen Null, die Mitarbeiter in Kurzarbeit zu Hause: Zwei von zehn haben sich gleich verabschiedet, weil mit Messeständen und Ausstellerkabinen gerade nichts mehr lief.

Viele Testzentren, möglichst billig

Das Telefon klingelt auch nur noch selten, außer eine neugierige Journalistin ruft an. Und dann erzählt Teilhaber Sertan Zeneli gerne, er hat ja Zeit. "Es geht ja mehr oder weniger ums Warten gerade", sagt er. Die Corona-Hilfen waren für ihn überlebenswichtig, denn Aufträge gab es und gibt es nicht wirklich. "Eine Zeit lang waren die Testzentren sehr angesagt, da wollten alle Testzentren machen", erzählt Zeneli. Viel zahlen wollten die meisten aber nicht. "Unter Preis", nennt Zeneli das. Einige Anfragen seien regelrecht "unverschämt" gewesen.

Ein großer Konkurrent sei während dieser Zeit pleite gegangen, erzählt Zeneli. Er aber verliert nicht den Mut. Trotz Delta-Variante und großer Unsicherheit. "Alle sind in Wartestellung, keiner will das Risiko übernehmen.“ Der gesamten Branche fehle ein Signal, dass es weitergehen kann. 

Begegnung schafft Vertrauen

Ganz anders sieht das Wolfgang Marzin, Geschäftsführer der Messe Frankfurt. Er thront im 21. Stock des Torhauses mit Blick über die gesamte Stadt. Und er ist sehr optimistisch. Endlich gehe es wieder los, nachdem 2020 der Umsatz auf 30 Prozent des Vorjahres eingebrochen war.

"Es wird wieder losgehen. Die haptische Begegnung will eigentlich jede Branche, die wir bedienen. Alle sehnen diese Begegnungen herbei, die viel effektiver ist und leichter dazu führt, dass Vertrauen aufgebaut wird", so Marzin. Der Online-Anteil wird aber nicht komplett verschwinden. Viele Messen werden wohl als Hybrid daherkommen.

80 Hotels haben schon dichtgemacht

Die Automechanika zum Beispiel und die Buchmesse: Sie werden im Herbst wieder als Besuchermesse stattfinden, aber eben mit einem großen digitalen Anteil. Für den Messestandort Frankfurt bedeutet das einen dauerhaften Schwund von Gästen.

Das Gastgewerbe hat darauf längst reagieren müssen: 20.000 Hotelbetten sind schon jetzt einfach nicht mehr da, 90 Hotels haben dichtgemacht. Das merken auch die Taxifahrer. "Die Messe ist natürlich ein großer Faktor im Geschäft. Das wirkt sich verheerend aus. Wir pendeln uns gerade bei 70 bis 80 Prozent des Vor-Corona-Betriebs ein", sagt Hans Peter Kratz, der Vorsitzende der Taxivereinigung Frankfurt.

Die nächste Messe mit Publikum in Frankfurt ist übrigens die "Indoor Air". Da geht es unter anderem um Luftreiniger, also um die Frage: Wie halte ich den Raum virenfrei? Sehr passend in diesen Zeiten.

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