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Dunkler Rauch entströmt dem Auspuff eines Diesel-Personenwagens Bild © picture-alliance/dpa

Was soll mit alten Dieselfahrzeugen passieren? Der Streit um die Frage gleicht einer unendlichen Geschichte. Dabei gibt es eine schnelle, kostengünstige und effektive Möglichkeit schon seit längerem.

Vor einigen Wochen wurde in Berlin eine Initiative vorgestellt, die das Ziel hat, Besitzern vor allem von Euro 5-Diesel-Fahrzeugen eine Nachrüstung anzubieten. Eine preiswerte und nachhaltige Lösung im politischen Dauerstreit . Diese Initiative ist ein Bündnis aus Zivilgesellschaft und Teilen der Industrie, zu dem ein ehemaliger Abteilungsleiter des Umweltbundesamtes, ein ehemaliger Richter, das Aktionsbündnis Gerechtigkeit im VW-Abgasskandal und die auf Abgastechnik spezialisierte Firma Twintec gehören.

CSU versus SPD

Bislang war vor allem das Bundesverkehrsministerium gegen eine Hardware-Nachrüstung. Lediglich für die kommunale Fahrzeugflotte wäre es nach Meinung von CSU-Verkehrsminister Andreas Scheuer sinnvoll. "Weil es an dieser Stelle vom Müllfahrzeug bis zum Feuerwehrauto wirklich Sinn macht, eine Hardware-Nachrüstung zu machen. Bei Privat-Pkws haben wir technische, finanzielle und rechtliche Bedenken", so Scheuer. SPD-Umweltministerin Svenja Schulze teilt diese Bedenken hingegen nicht. "Das ist technisch möglich und ich möchte, dass das im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher jetzt auch vorangebracht wird", so die Genossin. Und die können jetzt eben auf die Initiative zurückgreifen.

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Technisch besteht die Lösung im Wesentlichen aus einem sogenannten SCR-Katalysator mit dem dazugehörigen Harnstofftank. Stichwort: AdBlue. Diese Harnstofflösung wird im gasförmigen Zustand in den Abgasstrom eingebracht. Unter dem Einfluss von Hitze entsteht Ammoniak, der wiederum mit den giftigen Stickoxiden reagiert und diese im Katalysator zu harmlosem Stickstoff und Wasserdampf umwandelt. Die Frankfurter Autowerkstatt Auto Schmidt zum Beispiel bietet eine solche Nachrüstung bereits an.

Emissionen sinken um bis zu 90 Prozent

Etwa drei bis fünf Stunden dauert so eine Um- beziehungsweise Nachrüstung und kostet zwischen 1.500 und 2.000 Euro. Bislang muss das Ganze von den Fahrzeughaltern vorfinanziert werden. Anschließend können die Kosten auf dem Klageweg von den jeweiligen Fahrzeugherstellern zurückgefordert werden. Es sei denn, die Bundesregierung macht den Weg für eine Diesel-Nachrüstung auf Kosten der Autoindustrie offiziell frei.

Nach Angaben der Initiatoren der Initiative senkt diese Technik die Stickoxidemissionen um bis zu 90 Prozent, im günstigsten Fall. Und auch der Autoclub ADAC hatte bei seinen Tests dieser Nachrüsttechnologie festgestellt, dass die Schadstoffbelastung drastisch sinkt. Alle interessierten Autofahrer können sich auf der Internet-Seite Dieselnachruestung.eu registrieren. Inzwischen haben das fast 3.800 Halter getan und so ihre Bereitschaft signalisiert, ihre Fahrzeuge auf diese Art und Weise nachzurüsten. Täglich werden es mehr.

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