Behältnisse mit Waren zum Abfüllen

In der ein oder anderen Stadt gibt es ihn schon: den plastikfreien Einkaufsladen. Wie läuft so ein Einkauf ab? Unser Reporter hat sich in einem Laden in Mühlheim umgeschaut.

Im Unverpackt-Laden in Mühlheim zahlen Kunden an der Kasse ihren Einkauf, andere unterhalten sich und immer wieder kommen Menschen vorsichtig in den Laden und schauen sich um. "Ich war nur neugierig. Ich habe von diesem Laden so nebenbei gehört. Und dann habe ich mir gedacht: Gehste einfach mal gucken", sagt eine Kundin.

Immer wieder kommen Neugierige, erzählt Ladenbetreiberin Nina Bornemann und erklärt, wie der Einkauf im Unverpackt-Laden abläuft. "Startpunkt, wenn man mit seinem eigenen Gefäß kommt, wäre immer hier vorne die Eingangswage. Da wird das Gefäß draufgestellt und das Gewicht ermittelt", sagt sie.

Auf Müll verzichten

Später an der Kasse wird wieder gewogen. Das Gewicht des leeren Gefäßes wird dann abgezogen. Vorher aber werden die Gefäße gefüllt. "Man kann sich in sein Gefäß die Menge reinfüllen, die man gerne hätte, die man braucht", sagt Bornemann. Und so füllen die Kunden hier ab. Aus großen Schalen oder anderen Behältern rein in ihre mitgebrachten Gefäße. Von Mehl, Müsli oder Nudeln, über Öle, Trockenfrüchte und Gummibärchen, bis hin zu Waschmittel und Shampoo. Dass sie hier auf Müll und vor allem auf Plastik verzichten können, finden die Kunden gut.

Sie freuen sich, dass sie das bekommen, was sie brauchen, auch in kleinen Mengen, und gleichzeitig etwas Gutes tun. "Ich würde das auf jeden Fall unterstützen. Ich würde dafür auch gerne einen Euro mehr geben, als dass ich Plastik nach Hause trage", sagt ein Kunde.

Ein bisschen was für die Zukunft tun

Aber ganz ohne Müll geht es dann doch nicht. Das zeigt eine Studie der Uni Göppingen. Und das gibt auch Ladenbetreiberin Nina Bornemann zu. Denn die Ware wird größtenteils verpackt angeliefert. Getreide in 25 Kilo-Säcken oder Nudeln in 10 Kilo-Paketen. Also Großverpackungen statt der üblichen kleinen Päkchen aus dem Supermarkt.

Aber, und da sind sich Ladenbetreiber und Kunden einig: Das sei doch schon mal ein guter Anfang. "Das war einfach die Idee dahinter. Ein bisschen was für unsere Zukunft und vor allen Dingen für die Zukunft unserer Kinder zu tun. Und das ist schön. Dass man den Leuten so einen kleinen Impuls gibt. Mal darüber nachzudenken, was gibt es denn da noch als Alternative? Und das ist eigentlich das, was wir erreichen wollten", so Bornemann.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 6.9.2019, 15 bis 18 Uhr

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