Vorräte

Leere Supermarktregale und kein Nachschub - das war hierzulande lange unvorstellbar. Doch nicht nur die Corona-Pandemie hat gezeigt: Manchmal geht's schneller, als man denkt. Auch die Supermarktkette Tegut hat seit einem Cyberangriff noch immer Probleme mit Lieferungen. Welche Vorräte sollte man für solche Engpässe unbedingt daheim haben? Ein Überblick.

Eine Konservendose mit Linsen von 2010, eine angebrochene Packung Couscous und Nudeln, die für zwei Mahlzeiten reichen würden. Also in meinem Schrank habe ich nur wenige Vorräte. Ich bin dann einmal die Treppe hoch zu meiner 54-jährigen Nachbarin Ruth und ihrem Mann. Die haben schon deutlich mehr da, aber mit den Vorräten in Ruths Elternhaus können wir beide nicht mithalten: "Meine Eltern hatten im Keller immer einen Styroporbehälter und in diesem war immer mehrere Kilo Mehl und Zucker, es waren auch viele Konserven da, und die Gefriertruhe war immer brechend voll bis obenhin. Kartoffeln hatten wir fast für ein halbes Jahr und Eingemachtes auch."

Vorräte für mindestens zehn Tage

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt, Vorräte für mindestens zehn Tage im Haus zu haben. Das haben laut einer aktuellen Umfrage der Universität Göttingen aber nur knapp die Hälfte der Deutschen. Dabei haben wir durch die Pandemie, als Hamsterkäufe in Klopapierengpässen endeten, gerade erst wieder gelernt, dass Vorräte wichtig sind. Oder aktuell, durch den Cyberangriff auf die Supermarkt-Kette Tegut. Der sorgt bis heute für Leere in manchen Regalen.

Es kann also immer wieder vorkommen, dass man nicht mal eben im Supermarkt um die Ecke einkaufen kann. Was am besten immer da sein sollte, erklärt Ursula Fuchs vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: "Bei der Lebensmittelgruppe Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis ist es so, dass man ungefähr 3,5 Kilo braucht. Bei den Hülsenfrüchten, Gemüse sind es auch ungefähr vier Kilo, die man sich zulegen sollte."

Information, Wärme, Licht und Essen

Aber: Essen ist nicht alles. Ein Radio mit Batterien, eine Taschenlampe und warme Decken sollte auch jeder im Haus haben. Damit ist auch ein Stromausfall kein Problem. Also nochmal zusammengefasst: Information, Wärme, Licht, Essen.

Vorräte sind sinnvoll, keine Frage. Aber ich habe in meiner Wohnung einfach wenig Platz für große Vorräte. Und das BBK empfiehlt unter anderem auch, pro Person und Woche 14 Liter Flüssigkeit im Haus zu haben. Wo soll das Zeug hin? Was kann man machen, wenn man keinen Keller und keine Vorratskammer hat? "Da würde ich tatsächlich sagen, ein bisschen kreativ werden", rät Ursula Fuchs vom BBK: "Möglicherweise kann man Getränke oder Vorräte unterm Bett aufheben, an freien Stellen im Schrank oder wenn man einen Schrank hat mit Füßen unterm Schrank."

Außerdem hat Ursula Fuchs noch einen Tipp: lebende Vorräte. Klingt komisch, bedeutet aber einfach nur: "Man kauft dasselbe Produkt zwei Mal und wenn eins aufgebraucht ist, kauft man eins nach." Vorräte brauchen also nicht viel Platz. Und nach dem Blick in meinen Schrank werde ich mich jetzt mal auf den Weg in den Supermarkt machen. Damit die Konservendose mit Linsen ein bisschen Gesellschaft bekommt.

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Zum Artikel Empfehlung des BBK: Diese Vorräte sollten sie zu Hause haben

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Sendung: hr-iNFO Aktuell, 7.5.2021, 15 bis 18 Uhr

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