Symbolbild: Senior fällt auf Enkeltrick herein

Immer wieder werden Menschen Opfer von Trickbetrügern. Erst kürzlich erbeuteten Betrüger 700.000 Euro von einem Mann in der Wetterau. Was sind die häufigsten Maschen der Täter?

Der Enkeltrick

Das Telefon klingelt und am anderen Ende ist der vermeintliche Enkel. Im Laufe des Telefonats fordert dieser eine Geldsumme von einer meist alten Dame. Er brauche das Geld sofort, für ein unaufschiebbares Finanzgeschäft und würde alles direkt am nächsten Tag zurücküberweisen. Damit der Betrug nicht auffliegt, gibt er vor, verhindert zu sein. Ein Freund würde das Geld abholen.

Die Masche funktioniert selten, in nur 5 bis 15 Prozent der Anrufe. Doch die Beute geht in die Millionen. Denn die professionellen Täter rufen hunderte Male aus Call Centern in der Türkei und Polen an. Laut der Polizei ist das ein Massengeschäft. Gelingt der Betrug, erbeuten die Täter im Schnitt 20.000 Euro.

Falsche Polizisten

Es ist eine hinterhältige Betrugsmasche: 40 bis 80 Mal pro Tag rufen Trickbetrüger im Schnitt irgendwo in Frankfurt an und geben sich als Polizisten aus. Meistens werden ältere Menschen von den falschen Polizisten angerufen. Die Trickbetrüger erzählen am Telefon glaubhaft, dass es in der Nähe einen Raubüberfall oder ein ähnliches Verbrechen gegeben habe. Alles Geld und alle Wertgegenstände der Senioren müssten umgehend in Sicherheit gebracht werden.

Die falschen Polizisten fordern dazu auf, alles zu hinterlegen – zum Beispiel in die hauseigene Mülltonne. Dort wird die Beute eingesammelt. Erst Anfang des Monats wurde so ein Rentner aus der Wetterau um sein Vermögen gebracht. Schmuck, Bargeld, Wertpapiere und Goldbarren im Wert von insgesamt 700.000 Euro legte der Mann den Betrügern vor die Haustür.

Love-Scamming

Eine 61-jährige Frau lernt in einem  Internetportal  einen vermeintlichen US-Soldaten kennen. Fast täglich kommt es zum Kontakt im Internet. Obwohl sie sich niemals persönlich begegnet sind, gesteht der Mann seiner Chat-Partnerin seine Liebe. Plötzlich berichtet er von einer Notlage. Er brauche dringend Geld.

Für die 61-Jährige so glaubwürdig, dass sie ihre gesamten Ersparnisse auf ein Konto im Ausland überweist in der Hoffnung auf eine Liebesbeziehung. Erst als sich der Mann nicht mehr meldet, schöpft die Frau Verdacht und geht zur Polizei. Das ist kein Einzelfall. Bundesweit geht die Polizei von mehreren hundert Fällen pro Jahr aus. Die Opfer sind meistens Frauen.

Klingeln an der Tür

An der Haustür klingelt es. Ein freundlicher Mensch steht davor und bittet ein Päckchen für den Nachbarn abgeben zu dürfen oder fragt nach einem Glas Wasser. So könnte der erste Schritt zum Trickbetrug aussehen. Vorher haben sich die Täter informiert, wer tagsüber in der Wohnung ist. Meistens sind es ältere, gutgläubige Menschen. Von der Haustür möchte der Täter das Gespräch dann schnell in die Küche verlegen, um ungestört reden zu können. So gelangt der Mittäter in die Wohnung, durchsucht sie und packt gekonnt alles Wertvolle ein.

Sendung: hr-iNFO, Aktualität, 22.1.2020, 15-18 Uhr

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