Mehrere Menschen stehen in einer Warteschlange vor einem Eingangstor, darüber steht in leuchtender Schrift der Name "Gibson".

Die meisten Clubs in Hessen haben wieder auf freien Partymodus umgestellt - mit der exklusiven 2G-Regel. Auch wenn das nicht alle Gäste gut finden: Für Betreiber und die meisten Feiernden ist es die attraktivere Lösung.

Die Schlangen vor dem Gibson-Club in der Frankfurter Zeil sind richtig lang. Gut gelaunte Leute, die alle große Lust auf Tanzen und Feiern haben. "Großartig", sagen sie. Und "für Geimpfte gibt's kaum noch Einschränkungen hier."

Im Gibson-Club gilt 2G. Eintritt also nur für Genesene und Geimpfte – wie in fast allen Clubs in Hessen. Vor der Tür wird der elektronische Impfnachweis mit dem Personalausweis verglichen und auch das Einchecken per App wird streng überwacht. Drinnen ist die Stimmung ausgelassen. Laute Musik, dichtes Gedränge, und viele glückliche Gesichter: "Es fühlt sich wild an, mal wieder zu tanzen, ohne Abstand zu feiern mit den Kollegen."

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"Unfair Ungeimpften gegenüber"

Die andere mögliche Variante: Tanzen nach 3G-Plus-Regeln - also mit Maske, Abstand und einem teuren PCR-Test. Das will sich hier keiner vorstellen. Dass bei 2G Ungeimpfte aber draußen bleiben müssen, da gehen die Meinungen auseinander: "Ich weiß, dass die Zahlen wieder hochgegangen sind und ich fühle mich sicherer in einem Club, wo ich weiß, dass es 2G Regeln gibt", sagt eine Besucherin. Ein anderer findet es "unfair den Leuten gegenüber, die sich nicht impfen wollen. Für mich wäre es okay, wenn die Leute einen Negativ-Test machen und dann hier ohne Maske reinkommen."

Das Gibson hat Erfahrungen mit beidem. Im Juni hatte der Club mit 3G aufgemacht. Das hieß: Tisch reservieren und Maske auf beim Rumlaufen. Dazu kamen die Eintrittsbeschränkungen, erklärt Bastian Bernhagen, einer der Geschäftsführer: "Das ist natürlich ein wahnsinniger administrativer Aufwand. Und mit 2G und den digitalen Lösungen, die wir jetzt haben, können wir mehr Leute reinlassen und schneller arbeiten beim Einlass. Und jetzt, also 85 Prozent der Leute, die beim 3G-Konzept gekommen sind, waren schon geimpft. Deshalb war das für uns ein ganz logischer Schritt."

3G für kleine Clubs keine Option

So sehen es auch die Betreiber der kleinen Clubs. Für sie kommt eigentlich nur 2G in Frage, sagt Ansgar Fleischmann, stellvertretender Geschäftsführer im Silbergold und Mitglied beim Netzwerk Clubs-am-Main: "Das ist eigentlich die einzige Möglichkeit, als kleiner Club ohne Außenfläche überhaupt wirtschaftlich sich rechnend öffnen zu können. Ansonsten macht es bei unserer geringen Quadratmeterzahl und Abstandsregeln keinen Sinn. Denn, keine Ahnung, 10 bis 15 Leute, damit kann man halt keinen Club betreiben."

Die Eintrittsregeln sind deshalb auch hier sehr streng und gelten nicht nur für Feiernde: "Wir hatten jetzt auch schon DJs, die durften dann gar nicht spielen, weil sie nicht geimpft waren. Oder ein MC von einer Drum'n'Bass-Party konnte dann leider auch nicht mitmachen. Aber wenn man’s macht, sollte man es streng machen, sonst macht es ja gar keinen Sinn."

"Keine Lust, wieder in einen Lockdown zu gehen"

Zurück ins Gibson. Dass sich auch Geimpfte mit Corona infizieren können, ist Betreibern und Gästen klar. Dennoch fühlt sich die strenge Einlassregel für die meisten gut an. "Ich bin im Notfall immer für 2G. Ich habe keine Lust, wieder in einen Lockdown zu gehen, nur weil manche Leute der Wissenschaft nicht zuhören wollen."

Jetzt hoffen Betreiber und Partywillige, dass die Clubs nicht wieder zumachen müssen und Tanzen bei lauter Musik dann nur noch im Privaten möglich ist.

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