Antigen-Schnelltests

Seit dem 6. März ist der Verkauf von Antigen-Schnelltests für zu Hause erlaubt. Aber wo gibt's die Tests, wie funktionieren sie und wie zuverlässig ist das Ganze? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Kommt man derzeit problemlos an Schnelltests?

Ja. Gesetzlich möglich hat die Bundesregierung den Verkauf der Selbsttests an medizinische Laien ab dem 6. März gemacht. Zu diesem Zeitpunkt waren aber kaum Tests im Handel zu haben. Aber seit etwa einer Woche sind die Schnelltests für zu Hause relativ konstant verfügbar – sicherlich nicht überall und immer, aber wer wirklich welche kaufen möchte, bekommt auch welche. An manchen Stellen ist der Verkauf aber noch nicht so offensichtlich: Bei Aldi zum Beispiel muss man an der Kasse nachfragen. Bei anderen Supermärkte wie Tegut gibt es direkt am Eingang Aufsteller, auf denen steht: ‚Wir haben Schnell-Tests‘.

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Zum Artikel Modelle gegen die Welle: Mit Schnelltests aus der Pandemie?

Ditzingen: Eine Krankenschwester des Gesundheitszentrum des Laserspezialisten Trumpf führt in dem Gesundheitszentrum einen Corona-Schnelltest durch. (dpa)
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Bei dm sind aktuell zwei unterschiedliche Tests online verfügbar, davon ist derzeit allerdings nur einer bestellbar, der andere in den Filialen erhältlich – man kann online allerdings sehen, wie viele in welcher Filiale gerade verfügbar sind. Bei der Dorgeriekette Müller gibt es online einen 5erPack, den man sich in eine Filiale liefern lassen kann und Rossmann verkauft aktuell nur online - beide Tests sind aber gerade nicht verfügbar. Bei Lidl sind die Tests online ebenfalls ausverkauft, bei Rewe gibt es sie online im Doppelpack. Daneben gibt es die Tests noch in Apotheken, online und vor Ort. Man muss derzeit also schon ein bisschen schauen nach den Tests, aber man bekommt sie.

Wie viele Tests pro Person kann man kaufen?

Das ist auf fünf Tests pro Kunde beschränkt – egal ob im Laden vor Ort oder online. Das lässt sich natürlich umgehen, wenn man in mehreren Läden einkauft oder online bestellt. Aber das muss jeder für sich entscheiden, wie solidarisch er sich verhält – unbegrenzt gibt es die Tests jedenfalls gerade nicht.

Was kosten die Tests?

Die Tests kosten pro Stück im günstigsten Angebot 4,95 Euro pro Stück. Aber es geht auch teurer: bis etwa 7,50 Euro pro Test. Discounter und Drogeriemärkte sind am günstigsten.

Wie funktionieren die Tests für zu Hause?

Es gibt unterschiedliche Tests: einmal mit Nasenabstrich, einmal Spuck- oder Gurgeltests. Beim Nasenabstrich muss man ein Wattestäbchen in die Nase stecken, etwas an der Nasenwand reiben, dann kommt das Stäbchen in eine Flüssigkeit, die auf eine Testkarte geträufelt wird. Beim Spucktest gurgelt man mit einer Flüssigkeit, die dann auf die Testkarte kommt.

Danach läuft es bei beiden Testarten gleich ab: Nach 15 bis 20 Minuten ist das Ergebnis da. Es muss einen Strich dafür geben, dass der Test korrekt funktioniert hat – in dem Fall ist das Ergebnis negativ, man hat sich vermutlich nicht mit SARS-CoV-2 infiziert. Aber das ist ganz klar keine endgültige Sicherheit: Es könnte sein, dass es noch zu früh ist und die Virusmenge im Körper noch nicht ausreicht, um eine Infektion nachweisen zu können. Zudem kann es auch sein, dass der Test ein falsch-negatives Ergebnis liefert. Bei den meisten Antigen-Selbsttests, die hier in Deutschland zugelassen sind, kann das laut Herstellerangaben bei etwa fünf Prozent der Fälle so sein.

Was ist zu tun, wenn der Test positiv ausfällt?

In dem Fall ist ein zweiter Strich auf der Karte zu sehen. Aber auch dann heißt es erst einmal: Ruhe bewahren! Es besteht die Möglichkeit, dass es ein falsch-positives Ergebnis ist – das kann bei den hier zugelassenen Test bei etwa zwei Prozent der Fall sein, also bei 100 Tests von Gesunden könnten bei zwei Menschen dennoch positive Ergebnisse angezeigt werden. Studien mit aber, dass der Anteil nochmal steigen kann, wenn man die Tests massenhaft einsetzt.

Man sollte also auf jeden Fall einen zweiten Test machen, und das ist bei positivem Schnelltest-Ergebnis ohnehin angesagt: Jeder positive Schnelltest muss mit einer verlässlicheren PCR-Testung im Labor überprüft werden. Und bis dahin heißt es: Quarantäne, also keinen Kontakt zur Außenwelt.

Sind diese Schnelltests ein Weg aus der Pandemie?

Nein, der Weg raus läuft nur über Immunität und Impfungen, die nach derzeitigem Forschungsstand ja schwere Verläufe bei Infektionen zu an die 100 Prozent ausschließen können. Aber die Schnelltests für zu Hause oder einmal in der Woche kostenlos im Testzentrum beim Apotheker oder Hausarzt machen unser Leben in der Pandemie etwas sicherer – die Hürde, Infizierte zu erkennen, ist niedriger. Man testet sich vielleicht dann doch schon mal bei einem Halskratzen oder einfach regelmäßig zwei bis drei Mal die Woche auch ohne Symptome – und wenn da ein Positiver dabei ist, bricht das Infektionsketten.

Außerdem ermöglichen die Tests ein paar mehr Freiheiten: eben doch mal einen Besuch mit gutem Gefühl bei Familie und Freunden. Und es gibt jetzt einige Modellprojekte, in denen man mit negativem Testergebnis in Restaurants oder einkaufen gehen kann. Nach den Osterferien sollen sie auch zwei Mal pro Woche in den hessischen Schulen gemacht werden. Das ist sicherlich eine Erleichterung, aber es gibt bei den Tests eben keine hundertprozentige Sicherheit. Und deswegen ist es nach wie vor wichtig, sich weiterhin immer an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 26.3.2021, 15 bis 18 Uhr

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