Eine Tastatur mit der roten Taste "Hate speech"
Die Diskursqualität in den Kommentarspalten hat sich verändert. Bild © picture-alliance/dpa

Das Internet bietet immer wieder eine offene Spielwiese, auf der sich zahlreiche Kommentatoren austoben und dabei Hass und Hetze schüren. Community-Manager versuchen, dagegen vorzugehen. Eine Mammut-Aufgabe.

Community Management betreiben heute Redaktion oder Socia-Media-Abteilung von Unternehmen, die mit der Online-Community interagieren. Sie geben den Online-Nutzern die Chance, über eine Kommentarfunktion am Nachrichtenproduktionsprozess teilzunehmen, indem sie darunter ihre Meinung kommentieren können.

Audiobeitrag
#Hass auf einem Coputerbildschirm

Podcast

Zum Artikel Der richtige Umgang mit Hasskommentaren

Ende des Audiobeitrags

Community Manager verwalten diese Kommentare, die entweder direkt auf der Unternehmensseite oder in sozialen Medien wie Facebook, Instagram oder Twitter abgesetzt werden. Durch diesen Austausch von Medienunternehmen mit ihren Nutzern sollte ein neues Zeitalter anbrechen. "Indem Leser und Journalisten sozusagen auf Augenhöhe gemeinsam Nachrichten erzeugen und man ganz zivilisiert auch über demokratische Themen diskutiert", erklärt Kommunikationswissenschaftlerin Lena Frischlich von der Universität Münster. Das habe sich allerdings nicht bewahrheitet.

Fehlinformationen und Rassismus

Frischlich forscht seit drei Jahren dazu, wie sich die Diskursqualität in den Kommentarspalten verändert hat. Heute kommt es immer öfter auch zu aggressiven Diskussionen oder Dinge, die sehr weit weg sind vom eigentlichen Thema. Hinzu kommen auch immer wieder rassistische Übergriffe oder Fehlinformationen, die in den Kommentarspalten verbreitet werden.

Hier müssen die Community Manager eingreifen und steuern. "Das sind letztlich die Gastgeber, die sich verantwortlich fühlen, dass die Diskussion auf den Nachrichtenseiten auch zivilisiert abläuft. Dass sie gewissen Werten und Standards auch entspricht", so Frischlich.

Die Hausregeln werden mit verbalen Füßen getreten

Sie schauen sich den ganzen Tag über Kommentare unter Postings auf Social-Media-Plattformen an. Dabei richten sie sich nach der sogenannten Netiquette. Das ist eine Richtlinie, die das Unternehmen vorgibt, das im Netz interagiert. Mit anderen Worten: Die eigenen Hausregeln, die besagen, dass niemand beleidigt, diskriminiert oder rassistisch angegangen werden darf.

Weitere Informationen

Die Netiquette des Hessischen Rundfunks finden Sie hier.

Ende der weiteren Informationen

Leider werden diese Regeln aber immer wieder mit verbalen Füßen getreten. So müssen Community Manager permanent eingreifen auf unsachgemäße Kommentare hinweisen oder mitunter auch strafbare Aussagen an die Rechtsabteilung weiterleiten. Umso wichtiger ist es, dass Institutionen und Unternehmen heutzutage eine eigene Abteilung oder Redaktion haben, die sich ausschließlich um das Community Management kümmert.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 16.08.2019, 6-9 Uhr

Jetzt im Programm