Angela Merkel mit Horst Seehofer, Alexander Dobrindt, Andreas Scheuer und Markus Söder
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Wenn in Bayern was ins Rutschen kommt, rutscht's auch in Berlin. Wie könnte das aussehen? Unsere Haupstadtkorrespondentin hat sich Gedanken gemacht.

1) Überraschung in Bayern: CSU holt absolute Mehrheit

Puh, nochmal gut gegangen: Der Wähler, die scheue Gämse, will doch, dass alles bleibt, wie es ist. Markus Söder triumphiert in München und Horst Seehofer bleibt in Berlin – erst mal. Ein paar Monate lang tut er noch so, als interessiere er sich wirklich für seinen Job als Innenminister, dann aber gibt er auf - die Gesundheit. Alexander Dobrindt beerbt ihn als Parteichef und wechselt nach München. Von dort aus schickt er ein paar gut zu kontrollierende neue Minister nach Berlin,  ansonsten ist Bayern mit sich selbst beschäftigt. Friedliche Zeiten brechen an.

 2) Bayern erleichtert: Die CSU holt immerhin 35 Prozent

Söder kann sich gerade noch so halten und bastelt mit den Freien Wählern und der FDP eine Regierung. Seehofer muss zwar den Parteivorsitz abgeben, bleibt aber Innenminister in Berlin – vorerst.

Dort ist die Stimmung weiterhin gereizt, weil die CSU meint, dass Merkel schuld an ihrem schlechten Ergebnis hat. Merkel nutzt deshalb die nächste Aufsässigkeit Seehofers, um ihn rauszuwerfen. Empört zieht die CSU auch die übrigen Minister ab. Merkel macht mit der SPD in einer Minderheitsregierung weiter. Neuwahlen im Herbst 2019.

3) Drama in Bayern: Die CSU rutscht unter 30 Prozent (Variante 1)

Die Partei gerät sofort ins Schlingern: Seehofer legt den Parteivorsitz nieder, Söder versucht es zunächst als Ministerpräsident. Immerhin ist die CSU ja stärkste Kraft, aber er findet innerhalb von 30 Tagen niemanden, der mit ihm regieren will. Neuwahlen. Die CSU gibt Merkel die Schuld am Desaster, das Unionsbündnis in Berlin zerbricht. Bei den Wahlen in Bayern treten CDU und CSU erstmals getrennt an. Spitzenkandidat der CSU wird Karl Theodor zu Guttenberg. Na gut, das ist jetzt wirklich ein bisschen weit hergeholt …

4) Drama in Bayern: Die CSU rutscht unter 30 Prozent (Variante 2)

Die Partei gerät sofort ins Schlingern: Seehofer legt den Parteivorsitz nieder, Söder schafft es nicht, mit SPD, Freien Wählern, Grünen oder FDP eine Regierung zu bilden. Aus Angst vor Neuwahlen tut er sich mit der AfD zusammen. CDU-Chefin Merkel kündigt in Berlin daraufhin die Fraktionsgemeinschaft auf. Empört verlassen die CSU-Minister die Regierung, auch in der CDU bricht der Aufstand aus. Beim Parteitag im Dezember kann sich Merkel nicht mehr halten.

5) Drama in Bayern: Die CSU rutscht unter 30 Prozent (Variante 3)

Die bayerischen Parteien machen ernst mit dem Politikwechsel und organisieren eine Regenbogenkoalition aus Grünen, SPD, Freien Wählern und FDP - ohne CSU und ohne AfD. Die Regierung kämpft in München täglich um ihr Überleben, die Berliner Politik schaut amüsiert aus der Ferne zu. Endlich ist Bayern ein Bundesland wie jedes andere.

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Sendung: hr-iNFO, 12.10.2018, 7:05 Uhr

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