Markus Söder

Söder hat es einfach drauf: Er ist einer, der wichtige Themen früh genug erkennt und dann voranbringt, meint unser Kommentator. So wie beim Klimaschutz.

Markus Söder hat es einfach drauf. Er kann Themen früh erkennen und sie politisch für sich nutzen. Den Klimaschutz hat er schon vergangenen Herbst als wichtigste Aufgabe seiner CSU bezeichnet. Gleich nach der bayerischen Landtagswahl und dem Erfolg der Grünen hat er gesagt: "Wir, die CSU, wollen grüner sein als die Grünen".

Da macht es fast gar nichts, dass die Grünen schon im vergangenen Jahr den Klimaschutz im Grundgesetz verankern wollten - und das auch am Widerstand der CSU gescheitert ist. Jetzt kommt dieselbe Idee von CSU-Chef Söder. Und muss JETZT also gut sein. Bayern soll nun als erstes Bundesland klimaneutral werden. Und zwar schneller als alle anderen. Niemand muss also Grüne wählen, die CSU macht das schon.

Markus Söder hat auch das Talent, einen Star zu erkennen, wenn dieser erst langsam berühmt wird: Greta Thunberg, die Klima-Aktivistin, zum Beispiel. Sie war vor einem Jahr noch kaum bekannt. Jetzt ist sie ein Star. Wahrscheinlich auch deshalb, weil die CSU dem Klimaschutz eine völlig neue Bedeutung gegeben hat. Seltsam nur, dass in den Wahlkämpfen davor kaum die Rede davon war.

Auch die Linke macht mit

Vielleicht wird Markus Söder schon beim nächsten Karneval als Greta Thunberg auftreten. Mit bescheidenem Lächeln. Und blonden Zöpfen. Gleichsam als stille Ehrenbezeugung gegenüber dieser jungen Frau. Denn eins ist klar: Söder ist keiner, der auf populäre Themen aufspringt und dann bloße Trittbrett-Fahrerei betreibt. Er ist einer, der Themen früh genug erkennt. Und dann voran bringt.

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Er wird nur noch übertroffen von Linken-Chef Bernd Riexinger. Dieser fordert, Fluggesellschaften zu verstaatlichen. Dann wäre endlich Schluss mit billigen Flugpreisen und dem klimaschädlichen Billigfliegen. Auch hier zeigt sich die wichtige Früh-Erkennung populärer Themen. Und die Linke packt gleich noch ihren Herzenswunsch hinein: Firmen sollen in staatliche Hand.

Meine Erkenntnis unterm Strich: Es gibt mir als Wähler ein gutes Gefühl, wenn die Politik in Führung geht. Und nicht dem Zeitgeist hinterherläuft.

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Sendung: hr-iNFO Aktuell, 29.7.2019, 15 bis 18 Uhr

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