Grippe Impfung
Seit Beginn des Jahres wurden 15,7 Millionen Dosen Grippeimpfstoff hergestellt. Bild © picture-alliance/dpa

Mit der gemütlichen Jahreszeit kehrt auch die Furcht vor einer Grippeinfektion zurück. Wie kann man am besten vorbeugen? Und wie zuverlässig sind die Impfstoffe?

Draußen wird es kühler, abends ist es früher dunkel, die Kamine werden wieder angefacht und es liegt ein leicht winterlicher Duft in der Luft. Eigentlich die Zeit im Jahr, in der wir es uns gemütlich machen, etwas näher zusammenrücken und den Stress hinter uns lassen. Doch mit der Gemütlichkeit kehrt auch eine leichte Furcht vor einer anderen sich anbahnenden Zeit zurück.

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Die Rede ist von der Grippesaison. Alle Jahre wieder schaffen es die etwa einen Zehntausendstel Millimeter großen Viren, die Bevölkerung in Atem zu halten. Allein in der Grippesaison 2017/18 erkrankten 300.000 Menschen an den Influenza-Viren, 1.600 verstarben. Dass sich die Erreger vor allem im Winter vermehrt ausbreiten, liegt an mehreren Faktoren. Zum einen trocknet die kalte Luft unsere Schleimhäute aus, so dass Krankheitserreger schlechter abgewehrt werden können, zum anderen rücken wir in der kalten Jahreszeit enger in geschlossenen Räumen zusammen, wodurch eine Übertragung begünstigt wird. Außerdem überleben Grippeviren bei kalten Temperaturen länger als bei warmen.

Mit guter Hygiene, dem Stärken des Immunsystems durch Vitamin D und mit einer Impfung kann jedoch einer Infektion vorgebeugt werden. Wenn dennoch eine sogenannte Grippewelle ausbricht, ist entweder die mangelnde Bereitschaft zur Vorsorge oder ein unwirksamer Impfstoff die Ursache.

Wie wird ein Grippeimpfstoff hergestellt?

Die Herstellung eines Grippeimpfstoffes ist gar nicht so einfach. Für die Herstellung werden Grippeerreger in Hühnereiern gezüchtet. Daraus werden dann Bestandteile extrahiert, die im menschlichen Körper zur Bildung von Antikörpern führen. Problematisch daran ist, dass es nicht nur einen Grippeerreger gibt, sondern jede Menge. Alleine vom Influenzavirus A sind über 40 Untergruppen bekannt. Noch dazu sind die Viren sehr anfällig für Mutationen und machen sich schnell unantastbar für die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers. Ein Impfstoff, der letztes Jahr gewirkt hat, muss es dieses Jahr nicht mehr tun.

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Aus diesem Grund wird jedes Jahr aufs Neue eine passende Impfung produziert. „Wenn man ganz vorne anfängt, ist es so, dass die Weltgesundheitsorganisation aus Daten, die sie weltweit von Referenzlaboren erhält, eine Empfehlung zusammenstellt, wie der Impfstoff für die kommende Saison zusammengesetzt sein soll.“, erklärt Susanne Stöcker, Pressesprecherin beim Paul-Ehrlich-Institut in Langen, das die Herstellung der Grippeimpfstoffe überwacht. Sechs Monate später soll der fertige Impfstoff dann zur Behandlung bereit stehen. Mittlerweile gibt es auch Multi-Impfungen, die gleich gegen mehrere Erreger helfen sollen. Dieses Jahr wird das erste Mal ein Stoff freigegeben, der nicht wie üblich gegen drei, sondern gleich gegen vier Virenstämme effektiv ist.

Symptome einer Grippe

Wer an einer Grippe erkrankt, merkt es oft erst relativ spät. Die Symptome ähneln stark denen einer einfachen Erkältung – Fieber, Gliederschmerzen, Husten, Schnupfen oder auch Heiserkeit gehören dazu. Der Unterschied ist, dass sie, anders als bei der Erkältung, meist gleichzeitig und sehr plötzlich auftreten. Auch der Krankheitsverlauf an sich ist schwerer und kann tödlich enden. Gefährlich ist dabei nicht direkt das Grippevirus, sondern vielmehr die Folgeerkrankungen, wie Lungenentzündungen. Besonders gefährdet sind junge und ältere Menschen, sowie Menschen mit einem schwachen Immunsystem. Wer sich dagegen gut vorbereitet, sich impfen lässt und bei einer Infektion frühzeitig zum Arzt geht, muss sich keine Sorgen machen.

Mit Informationen von Pascal Lasserre und Stephan Hübner

Sendung: hr-iNFO, 08.11.2018, 16:10

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