AWO-Gebäude in Frankfurt

Viel Undurchsichtiges, Fragwürdiges und Schlechtes gab es zuletzt aus hessischen AWO-Kreisen zu berichten. Unser Kommentator sieht Besserung am Horizont. Die Frage ist nur, wann sie eintrifft.

Es gibt ausnahmsweise mal eine gute Nachricht von der Arbeiterwohlfahrt in Frankfurt. Die lautet: In der Konferenz des Kreisverbands am Samstag wird kein neues Präsidium gewählt. Warum das gut ist? Weil die geplante Neuwahl zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr gewesen wäre als Augenwischerei.

Kein Neuanfang mit diesen Akteuren

Gesucht wurden Ehrenamtler fürs Präsidium, die tun sollten, was die Mitglieder des zurückgetretenen alten Präsidiums auch getan haben: abnicken, was die hauptamtlichen Chefs verkünden. Hinter den Kulissen ist eifrig dafür geworben worden, die AWO-Geschäfte einfach weiter Funktionären zu überlassen, die sich im Sozialverband die Taschen vollgemacht haben. Es ist absurd.

Am Dienstag bekamen die wichtigsten Köpfe der alten Machtclique um das Ehepaar Richter bei den AWO-Kreisverbänden Frankfurt und Wiesbaden Besuch von der Polizei. Das Irre ist: Das Herrscherpaar wurde vom Thron gestoßen, aber der Hofstaat ist bei der AWO immer noch in Amt und Würden. Und die Razzia scheint einige noch darin bestärkt zu haben, sich erst recht an die Macht zu klammern. Um es klar zu sagen: Einen Neuanfang, der seinen Namen auch wert ist, kann es mit diesen Akteuren niemals geben.

Nur eine Frage der Zeit

Es gibt aber noch eine gute Nachricht: Deren Macht bröckelt. Dass Wolfgang Stadler, der Vorstandsvorsitzende des AWO-Bundesverbands, Samstag selbst nach Frankfurt kommt, könnte helfen, den Erosionsprozess zu beschleunigen. Stadler hat sich als Aufklärer in Szene gesetzt. Ein Kurs, von dem er eigentlich nicht mehr abweichen kann.

Und wenn es in ein paar Wochen tatsächlich zur Wahl eines neuen Präsidiums kommt, könnten sich die Machtverhältnisse entscheidend verschoben haben. Die Frage ist nicht, ob die alte Führungsriege der AWO in Frankfurt und auch in Wiesbaden gehen muss, sondern allerhöchstens, wann.

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Sendung: hr-iNFO Aktuell, 17.01.2020, 6-9 Uhr

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