Meghan und Harry

Es ist ein Schock für alle Royal-Fans: Harry und seine Frau Meghan wollen sich von den royalen Pflichten zurückziehen – statt königlicher Empfänge wollen sie lieber arbeiten! Was für die einen ein absoluter Affront ist, ist für unsere Kommentatorin eine durchaus nachvollziehbare Entscheidung.

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Britische Royals: Archie, Meghan und Harry
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Gleich mal vorneweg: Ich bin kein Fan der britischen Monarchie, von Königshäusern ganz allgemein und konnte den ganzen Hype um die Royal Family immer schon schwer nachvollziehen. Für mich wirkt das oft wie eine große Seifenoper.

Umso mehr kann ich verstehen, wenn jemand sagt: "Ich mache da nicht mehr mit! Ich möchte nicht mehr für offizielle Anlässe posieren und nett in die Kamera lächeln. Ich möchte nicht mehr, dass dutzende Journalisten über mein Privatleben Bescheid wissen und es ständig kommentieren. Ich möchte mein eigenes Leben führen!"

Ausbruch aus alten Rollen

Ich finde den Rückzug von Harry und Meghan aus der Öffentlichkeit aber nicht nur nachvollziehbar, sondern auch ein Stück weit mutig.

Gerade von Herzogin Meghan. Sie hat es von Anfang an abgelehnt, sich völlig vom Königshaus vereinnahmen zu lassen. Sich auf die Rolle der Ehefrau reduzieren zu lassen, deren Kinder das Image des Palastes aufpolieren, aber ansonsten kein Recht auf Privatsphäre haben. Die immer hübsch sein muss und freundlich lächeln muss, auch wenn ihr nicht danach ist. Eben all die Erwartungen erfüllen muss, die man an eine Herzogin stellt. Sie hat stattdessen gezeigt: Auch adelige Frauen können selbstbestimmt und unabhängig sein.

Die königliche Seifenoper geht weiter

Und ich finde es auch gut, dass sie und Prinz Harry diese Entscheidung gemeinsam getroffen haben. Er wollte, wie er sagt, damit seine Frau und auch seinen Sohn aus der Schusslinie von ungerechten Anfeindungen und rassistischen Attacken aus den Medien nehmen. Damit zeigt er eine solidarische Haltung, die durchaus vorbildlich ist. Und er wollte vor allem auch, dass sich das Schicksal seiner Mutter, von Lady Di nicht wiederholt. Seiner Überzeugung nach wurde sie von Paparazzi in den Tod getrieben.

Letztendlich ist dieser Rückzug auch für echte Royal-Fans nicht das Ende der Welt: Da gibt es ja noch den Bruder William und seine Frau Kate, die die Rolle als Prinz und Prinzessin ziemlich perfekt ausfüllen.

Also keine Angst: Die königliche Seifenoper geht weiter.

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Die Aufgaben der Royals

Die britische Monarchie ist eine parlamentarische. Das heißt: Queen Elizabeth II. als Oberhaupt hat vor allem eine zeremonielle und repräsentative Funktion - das gilt auch für ihre Enkel und deren Ehefrauen.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Schirmherrschaften von gesellschaftlichen und wohltätigen Organisationen wie zum Beispiel "Sentebale" in Lesotho. Die Wohlfahrtorganisation wurde 2006 von Prinz Harry gegründet und kümmert sich um an AIDS erkrankte Kinder.

Gesicht zeigen muss Prinz Harry auch als Captain General der Royal Marines, also quasi als Ehrengeneral. Bedeutet: Händeschütteln von Soldaten und Offizieren sowie Reden halten an wichtigen Jahrestagen.

Als Teil der Staatsräte kann Prinz Harry auch mit Amtsgeschäften und Hoheitsrechten betraut werden – auf Geheiß der Queen, sollte sie verhindert oder krank sein.

Auch für Herzogin Meghan hatte die Queen royale Aufgaben parat: Mit dem Eintritt in die Königsfamilie übertrug sie ihr offiziell vier Schirmherrschaften, darunter zwei, die die Queen selbst jahrelang inne hatte: die des National Theatre sowie die der „Vereinigung der Commonwealth-Universitäten“.

Finanziert werden die Aufgaben von Prinz Harry und Herzogin Meghan vor allem aus dem sogenannten "Sovereign Grant". Das ist quasi ein Pauschalbetrag, den die britische Regierung für die königlichen Ausgaben zur Verfügung stellt. 

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Der Kommentar gibt die Meinung der Autorin und nicht die der Redaktion wieder.

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