Braunkohlekraftwerk

Bund und Länder haben sich in den Verhandlungen zum Klimapaket geeinigt, der CO2-Einstiegspreis soll ab 2021 bei 25 Euro liegen. Damit kann das Paket am Freitag vom Bundesrat verabschiedet werden. Was bedeutet das für Verbraucher und Industrie?

Welche Bereiche betrifft der CO2-Preis?

Ab 2021 müssen Unternehmen, die mit Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel handeln, dafür einen CO2-Preis bezahlen. Das betrifft vor allem Gasunternehmen und Mineralölhändler. Weil ihre Produkte viel CO2 ausstoßen,  müssen sie dafür dann Verschmutzungsrechte, sogenannte Zertifikate, kaufen. Eine Tonne CO2 kostet dann ab 2021 25 Euro. Bis 2055 soll der Preis auf 55 Euro anstiegen.

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Ziel ist es, dass Heiz- und Kraftstoffe so teuer werden, dass Bürger und Industrie klimafreundliche Technologien kaufen und entwickeln. So soll der Klimaschutz vorangebracht werden. Die Kosten tragen letztlich die Verbraucher, etwa an der Tankstelle.

Wie wirkt sich der Co2-Preis auf Verbraucher aus?

Der Bundesverband der Deutschen Industrie, kurz: BDI, hat ausgerechnet, wie sich unterschiedliche CO2-Preise auf Verbraucher und deutscher Haushalten auswirken. Ursprünglich hatte die Bundesregierung als Einstiegspreis zehn Euro pro Tonne CO2 vorgesehen. Damit würde Benzin, Diesel und Heizöl laut BDI um je drei Cent pro Liter teurer werden. Jetzt liegt der Einstiegspreis bei 25 Euro pro Tonne CO2. Benzin, Diesel und Heizöl würden dann um  je acht Cent pro Liter steigen.

Konkret bedeutet das: Wer einen Passat mit Diesel-Motor hat, der 15.000 Kilometer  im Jahr fährt und im Schnitt 4,6 Liter verbraucht, der müsste  im Jahr 54 Euro mehr zahlen. Ein Vier-Personen-Haushalt, der auf 120 Quadratmetern lebt und jährlich 2000 Liter Öl verheizt, müsste im ersten Jahr mit CO2-Preis fürs Heizen 158 Euro mehr ausgeben.

Was passiert mit den zusätzlichen Einnahmen?

Auf der anderen Seite kriegen die Verbraucher wieder was zurück. Aus den Einnahmen soll die EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms gesenkt werden. Je höher der CO2-Preis dann steigt, desto höher sind die Entlastungen bei der EEG-Umlage.

Außerdem soll die Pauschale für Fernpendler ab 2024 von fünf auf acht Cent pro Kilometer steigen, die man dann bei der Steuererklärung absetzen kann. Das soll ausgleichen, dass Diesel und Benzin durch den CO2-Preis teurer werden.

Sendung: hr-iNFO Aktuell, 16.12.2019, 15-18 Uhr

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